1.weil den meisten Ökonomen leider nicht bewusst ist WAS Geld ist
2.weil den meisten Ökonomen leider nicht bewusst ist WIE gewirtschaftet wird
3.weil die meisten Ökonomen leider extreme Marktstörungen “übersehen”
zu Punkt 1.weil den meisten Ökonomen leider nicht bewusst ist WAS Geld ist
viele Ökonomen glauben, Geld ist ein DING (Tauschmittel)
Geld ist aber kein DING, sondern Kredit - dazu die Bundesbank
Interessant hier aber auch Dr. Paul.C.Martin
zu Punkt 2- weil den meisten Ökonomen leider nicht bewusst ist WIE gewirtschaftet wird Wirtschaften ist nicht etwa das Tauschen von Überschüssen -
sondern gewirtschaftet wird vielmehr mit “Soll und Haben”
dazu der deutsche Jahrhundertökonom und Wirtschaftsweise Prof. Wolfgang Stützel
von Kleinunternehmern und “Kleinökonomen”
Kleinunternehmer dürfen für Ihre Gewinnermittlung eine Einnahmen/Ausgaben Überschussrechnung machen. Dies ist eine buchhalterische Erleichterung, welche die tatsächlichen Verhältnisse in einem Unternehmen aber nur unvollständig abbildet.
Das ökonomische “Klein-Klein-Denken” in Wissenschaft, Medien und Politik findet aber auch exakt in der Begrenztheit des Überschussdenkens statt.
Die Evolution des ökonomischen Denkens - so wie die wachsenden Kleinunternehmen irgendwann zum Bilanzieren übergehen müssen - so sollten die “Kleinökonomen” nun auch mal eine Weiter-Entwicklung hin zum “bilanzierenden Denken” machen.
Bsp.1: Deutschland macht jährlich bis zu 7% der Wirtschaftsleistung Exportüberschüsse
Bewertung aus verkürzter Sicht der “Überschussrechner” Hurra - Überschüsse = Super!
Bewertung aus bilanzierender Sicht - unsere Exportüberschüsse sind die monetären Schulden des Auslands bei uns. Diese sind ohne spätere deutsche “Exportunterschüsse” niemals rückzahlbar. Also zahlen wir nun in die “europäische Transferunion” ein.
Wir verschenken also künftig unsere Wirtschaftsleistung - ein Grund zur Freude?
Bsp.2 - Deutschland beschließt eine Schuldenbremse für Staatsschulden
Bewertung aus verkürzter Sicht der Überschussrechner Endlich wird gespart - super!
Bewertung aus bilanzierender Sicht - unsere Staatsschulden und die Staatsnachfrage gleichen heute den Guthabenaufbau und den Nachfrageverzicht der Bürger aus. Wollen wir nun auch eine Guthabenbremse für die Bürger beschließen? Ansonsten werden die Unternehmer zwangsentspart, diese erleiden “Zwangsinvestition” in Ihre Lagerbestände und es gibt in der Folge eine wirtschaftliche Depression mit Massenarbeitslosigkeit und Pleitewelle - ist dies super?
Bsp.3 Nun der Hammer - wir wirtschaften um Geld zu verdienen
Bewertung aus verkürzter Sicht der Überschussrechner Ist doch ok - unsere Guthaben wachsen - wir werden reich, dass ist doch Sinn der Übung.
Bewertung aus bilanzierender Sicht Es gibt kein gesellschaftliches Geld-Vermögenswachstum, weil es gar kein “Nettogeld” gibt. Die Summe aus Guthaben und Schulden bleibt immer null. Wenn also viel Geldvermögenswachstum unser Wirtschaftsziel ist - dann haben wir kaum Wertewachstum und sind irgendwann einfach überschuldet. Das System bricht dann zusammen und auch die Guthaben sind verschwunden.
Und hier kommen wir aber schnell zur frohen Botschaft des “bilanziellen Denkens” und zur Lösung unserer Wirtschaftsprobleme .
Wertewachstum statt Schuldenwachstum.
Ist dies nicht schön? Alles wird gut - es gibt Lösungen und selbst die alten Verluste verschwinden - wir müssen nur neu bilanziell denken und unsere Wirtschaft auf Wertewachstum ausrichten. In unserem globalen “ökonomischen Dilletantenstadl” hat man die Lösungen nur nicht gesehen. Wenn Sie hören wollen, was diese Ökonomen sonst noch verbockt haben, können Sie unten weiter lesen.
zu Punkt 3 - “übersehene Marktstörungen” mehr in diesem Beitrag
26 Mai, 2010 um 16:00 Uhr
Hallo Jörg,
danke für die “Warum”-Rubrik - genau so stell ich mir vor, dass man Leute für diese Thematik gewinnen kann, nämlich in einfacher Sprache.
Könntest du bitte noch kurz erklären/ergänzen, was Global Change unter den Begriffen “Geld” und “Wirtschaft” versteht?
Einfach zu Punkt 1 und 2 als Ergänzung dazuschreiben - das wäre fein.
Danke!
Lieben Gruß
Hans
PS: Bis vor Kurzem war auch für mich Geld noch ein “Ding” (B.GC = before Global Change)
26 Mai, 2010 um 21:27 Uhr
ok Hans, hab mal was angefangen -wird später noch verbessert
Danke für Feedback und Grüße, Jörg
26 Mai, 2010 um 21:55 Uhr
http://freigeldpraktiker.de/weltenaufgang/blog/article/kernsatz-frage
Weil in diesem System sehr dunkle Seiten stecken, der Mächtigen?
27 Mai, 2010 um 00:01 Uhr
@ Jörg
Danke für die Ergänzung!
@ Winfried
Auf was willst du mit deinem Link anspielen?
Dass hier etwa die falschen Fragen gestellt werden?
Sei so gut und klär mich bitte auf (inkl. der “richtigen” Fragen).
28 Mai, 2010 um 09:59 Uhr
[...] This post was mentioned on Twitter by _Sith_, Global Change 2009. Global Change 2009 said: Warum verstehen so viele Ökonomen so wenig von der Wirtschaft? http://tiny.cc/yrafl [...]
28 Mai, 2010 um 17:50 Uhr
Die ersten genannten Punkte bezueglich Bilanzen im Allgemeinen sind soweit richtig. Das weiss aber auch jeder Okonom:
Jedes “Kind” das Volkswirtschaft in der Schule belegt lernt das im ersten Jahr (zumindest in England).
Also ist all das kein Grund okonomischen Sachverstand generell in Zweifel zu ziehen, es zeigt nur das die breite Bevolkerung ein Verstaendnis von weniger als einem Jahr Volkswirtschaftskunde hat.
28 Mai, 2010 um 18:03 Uhr
hallo chirp,
zwischen “Wissen” und “Bedenken/Bewusstmachen” scheinen aber bei den Ökonomen Welten zu liegen. Wer von den Ökonomen ist den mal bei der “Schuldenbremse” aufgestanden und hat zum Bedarf der “Guthabenbremse” gesprochen?
Auf meine diesbezügliche Pressemeldung hat sich damals ein Wirtschaftsredakteur gemeldet, “Herr Buschbeck, sie haben Recht, aber dies kann keiner sehen”
Nachtrag - habe aufgrund der Rückmeldungen “nicht wissen” in “nicht bewusst” geändert.
30 Mai, 2010 um 00:21 Uhr
Mann Jörg das gibt’s doch nicht. Kann es sein, dass die Menschen von derart klarer Sicht buchstäblich geblendet (”blind”) werden?
Gerade WEIL die Zusammenhänge so klar sind, kann man sie nicht sehen?
Weiter so, es ist einfach unfassbar, was hier auf GC-09 entsteht……
Grüße David.P
30 Mai, 2010 um 11:50 Uhr
Danke @David und @Starwars
also ich mach hier jetzt mal eine richtige Munitionskiste voll.
Beim “Abschießen” des ökonomischen Mainstreams dürft Ihr mir aber gern im Internet helfen. Die Zeit ist reif, das “ökonomische Dilletantenstadl” mal richtig aufzumischen.
liebe Grüße, Jörg
30 Mai, 2010 um 13:26 Uhr
Hallo Jörg,
sehr schön aufbereitet. Du musst nur noch erklären, wie man den grössten Teil der Bevölkerung, der von diesem Wirtschaftsspiel gewinnt überzeugt, dass der Zug in die falsche Richtung geht. Weshalb verschont Schäuble die Rentner? Dax wieder auf Höchststand… Mit Deiner Argumentation kannst Du die Hartzler errreichen und einen Teil der Angestellten. Unter dem Strich ist die Zeit aber noch nicht reif. Falls Du anderer Ansicht bist. Sieh Dich mal in einer typischen Klein -oder Grosstadt um, was da für Luxus Karossen durch die Strassen fahren. Den meisten Menschen hier geht es noch sehr gut. Das Geklage würde ich nicht ernst nehmen. Gruss und lass Dich nicht entmutigen.
Armut ist mittelfristiger sicherlich ein profitables Beschäftigungsfeld für Journalisten und Buchautoren. Wünsche Dir viel Glück dabei.
06 Juni, 2010 um 11:35 Uhr
Offenbar hat auch das Bundesverfassungsgericht keinen Schimmer was es im Hinblick auf die “Rettungsschirm”-Klagen von Starbatty, Gauweiler et.al. machen soll — und hat deswegen von allen möglichen Körperschaften Stellungnahmen erbeten, siehe http://kuerzer.de/BVerfG-Euroklagen
Wäre das nicht eine Gelegenheit, dem Gericht auch die GC-2009-Sicht der Dinge zur Kenntnis zu bringen?
Generell sollte es — da der Geld- und Zinscrash ja mathematisch/logisch zwingend hergeleitet und dargelegt werden kann — eigentlich möglich sein (auf Basis einer solchen sauberen Herleitung) den Rechtsweg zu beschreiten, um die Idee auf diese Weise voranzubringen.
08 Juni, 2010 um 15:47 Uhr
Hallo Herr Buschbeck,
leider habe recht wenig Sachverstand zu dem Thema. Deshalb meine folgende Frage: gibt gegenwärtig irgendeine Kapazität auf dem Gebiet der Ökonomie, irgendeinen Professor, Nobelpreisträger etc, der ähnliche Ansichten wie Sie sie haben, vertritt? Es gibt ja meines Wissens Professoren, die ähnlich grundlegend Kritik am herrschenden ökonomischenn Sachverstand in Lehre u. Politik üben. Z.B. Heiner Flassbeck. Was halten Sie von dem?
MfG,
M. Riepen
08 Juni, 2010 um 15:58 Uhr
@ Riepen,
bitte einfach noch ein paar Beiträge lesen,
ist doch alles verlinkt, Flassbeck auch ,Wolfgang Stützel war Wirtschaftsweiser, sein Schüler Issing Bundesbank/EZB-Vorstand.
Es gibt kein Wissensproblem -nur ein Bewusstmachungsproblem. bei dem ökonomischen Pillapallekram ist Respekt auch völlig fehl am Platz - die einfachsten Zusammenhänge begreift der Normalbürger einfacher als mancher Experte - wenn er sich eben den Luxus des “Nochselberdenkens” leistet.