Von Erika Reglin-Hormann
Das „Philosophische Quartett“ aus Berlin über das Grundeinkommen
Zunächst sollte das Grundeinkommen unter dem Freiheitsbegriff diskutiert werden und Herr Matthias Möhring Hesse, der an der Uni Vechta philsophische und theologische Grundlagen des sozialen Handelns unterrichtet, sagte hierzu ein paar kluge Dinge.
Wie, dass der Freiheitsbegriff als Handlungsfreiheit verstanden werden könne und diese Art der Handlungsfreiheit bedingt, dass die Gesellschaft dafür einige Voraussetzungen erfüllen müsse. Äußere Bedingung von Handlungsfreiheit sei, etwas zu wollen und das dann auch zu tun. „Wir müssen diese Handlungsfreiheit anderen zusprechen, wir sind nicht alleine frei, die Freiheit beruht auf der Vorleistung von anderen.“ Freiheit sei nicht „solitär“, also immer nur in der Verbindung mit anderen möglich. Freiheit müsse zudem eine Gleichheitsdimension haben (Egalität) – „als Freie sind wir alle gleich und als Gleiche sind wir frei.“
Um auszuführen, dass alleine frei sein, keinen Sinn macht, zog er ein Beispiel aus der Literatur heran. „Robinson Crusoe ist nicht frei, sondern einsam. Erst mit dem Auftauchen von Freitag ist er auch frei.“ Freiheit bedeute deshalb nicht nur die Gleichheit aller Freien, sondern die Zugehörigkeit zu den Freien sowie der wechselseitigen Gewährleistung von Freiheit. Diese drei Bedingungen von Freiheit beschreibt er mit den Attributen „nicht solitär, „egalitär“ und „inklusiv“.
Götz Werner, ebenfalls als Redner geladen, drückt es noch einfacher aus, indem er sagt, „Freiheit ist die Befähigung, nein zu sagen.“