11. März 2010

Solidarisches Bürgergeld: gut gedacht, aber nicht gut gemacht

von Erika Reglin-Hormann

“Trotz Schmarotzern brauchen wir das Bürgergeld“: Ein Kommentar von Thomas Straubhaar (Hamburger Weltwirtschaftsinstitut) in Welt online zu lesen.

Hier zitiert er zunächst die Parteien: “Es findet sich im gemeinsamen Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP vom 26.10.2009 die Absichtserklärung: Die Koalition nimmt sich vor, die vielfältigen und kaum noch überschaubaren steuerfinanzierten Sozialleistungen darauf hin zu überprüfen, ob und in welchem Umfang eine Zusammenfassung möglich ist. In diese Prüfung wird auch das Konzept eines bedarfsorientierten Bürgergeldes einbezogen.”

Und weiter: “Das Bürgergeld sorgt für ein Mindesteinkommen, das Beschäftigung fördert und Arbeitseinkommen nicht benachteiligt.”

Aus Sicht der Grundeinkommensbefürworter sind Herrn Straubhaars Argumente in Bezug auf die Bedingungslosigkeit mehr als richtig. In der Frage jedoch, welches Finanzierungsmodell geeignet erscheint, scheiden sich die Geister. Das “solidarische Bürgergeld” ist nicht der Weisheit letzter Schluss.

Die BGE-Modelle unterscheiden sich grundlegend in zwei Varianten:

  • Finanzierung durch Besteuerung von Einkommen
  • Finanzierung durch Besteuerung von Konsumgütern

Eine dritte Variante – möglicherweise als ergänzende Finanzierung – wäre beispielsweise die Besteuerung von Finanztransaktionsgeschäften.

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4. März 2010

Wie wird man reich?

von Erika Reglin-Hormann

Der Wert des Geldes. Und warum wir ein Grundeinkommen brauchen.

Geld haben wollen wir alle. Warum eigentlich? Wofür wird Geld verwendet?

Das Geld, das wir in einer Fremdversorgungsgesellschaft erwirtschaften, wird für Miete, Lebensmittel und die grundlegendsten Bedürfnisse ausgegeben. Alle, die dann noch einen Überschuss haben, geben dieses Geld aus, um sich etwas zu gönnen: den nächsten Urlaub, das Auto, den Computer, Bücher, Kulturgüter, Freizeitvergnügen. Wer dann immer noch etwas übrig hat, überlegt sich vielleicht, dieses Geld in die eigene Zukunft zu investieren oder in die Zukunft der Kinder.

Schwierig wird es dann, wenn wir Geld ausgeben, das wir eigentlich nicht haben. Read the rest of this entry »

 

24. Februar 2010

Grundeinkommen - das Streben nach Glück?

Von Erika Reglin-Hormann, 23. Februar 2010

Es war einmal eine Idee …

Wo kommt er eigentlich her, der Gedanke, dass alle Menschen vom Wohlstand profitieren sollten? Gibt es die Idee seit es die Geldwirtschaft gibt? Rührt diese Art der Anschauung aus dem Industriezeitalter? Oder geht alles noch viel weiter zurück in der Zeit? Wie und warum sind sie entstanden: die Sozialutopisten?

Wer nach Antworten sucht, wird in den Geschichtsbüchern fündig.

Anfangen kann man bei Aristoteles, wenn man beiseite lässt, dass er bestimmte gesellschaftliche Gruppen bei seinen Überlegungen diskriminierte. In der Definition von Glück bewertete der Philosoph Gelderwerb und Reichtum lediglich als “Mittel zum Zweck” und nicht als übergeordnetes Ziel. Im Fehlen dieser Mittel, also “Reichtum, Freunde und Macht” würde zwar das Glück getrübt, dies führte er jedoch darauf zurück, dass diese Art der Mittellosigkeit unter anderem zu Einsamkeit führt.

Womit in der heutigen Sprache nichts anderes gemeint ist, als dass ein zu geringes Einkommen Menschen ausgrenzt und wenig bis keine Teilhabe am gesellschaftlichen Prozess möglich ist.

Das Genussleben, reduziert allein auf die Befriedigung von Begierden, lehnte Aristoteles im Hinblick auf die Glücksdefiniton ab, wenngleich “äußere oder körperliche Güter” für ihn notwendige oder hilfreiche Bedingungen darstellten, um glücklich zu werden.

Auch hier lässt sich eine Parallele in die Gegenwart ziehen, bedenkt man den Aspekt des zügellosen Konsums in einer Überflussgesellschaft (siehe auch Erich Fromm). Die bestimmte Begierden befriedigt, doch kein endgültiges Ziel oder kein “jetzt ist genug” zur Verfügung stellt.

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