5. November 2011

Sie wollen mehr Staatsschulden - dann machen Sie einfach ein Sparprogramm

Die Methode funktioniert garantiert - sie hat sich nun in halb Europa bewährt. Die größten Erfolge gab es natürlich in Griechenland,

2009 bewegte sich die griechische Staatsverschuldung bei rund 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, inzwischen ist die Staatsschuld Athens auf rund 160 Prozent des BIP angeschwollen und soll dank des - inzwischen wieder infrage gestellten - Schuldenschnitts auf rund 120 Prozent des BIP in 2020 absinken. Das jüngste “billionenschwere Hilfspaket” der sogenannten “Euro-Retter” Merkel und Sarkozy würde somit den Schuldenberg in Griechenland auf ein Niveau absenken, das Athen vor Beginn der “Sparmaßnahmen” aufwies

aber auch in Spanien, Portugal und England hat man immer mehr Erfolg damit.

Staatliche Sparprograme führen durch Nachfragerückgang heute sofort in die Investitionsfalle, da sind die Privaten gezwungen, ihre Verschuldung abzubauen. Und wenn die Privaten Schulden abbauen, steigt das private Netto-Geldvermögen automatisch. Und da die privaten Netto-Geldvermögen und die Staatsschulden identisch sind - steigt mit staatlichen Sparversuchen die Staatsverschuldung - super, oder?

3 Kommentare

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  1. Michael Hönnig

    Nun, das lernt man in VWL aus dem Grundstudium. Angesichts der Tatsache, dass einige Modelle der VWL auch fehlerhaft sind, werden dann nur leider oft auch die korrekten Teile gerne mal nicht so ernst genommen. Das gilt für Mainstream-Volkswirte wie auch für Kritiker - und für Politiker erst recht.

  2. Wie wollen wir sparen? Ein Aufruf zur gesellschaftlichen Diskussion | Global Change 2009 e.V.

    [...] 1. Fortsetzung des deutschen Staatsschuldenexports durch Exportüberschüsse 2. Staatliche Sparprogramme in „Schuldnerländern“ ohne private „Entsparprogramme“ [...]

  3. Die kollektive Bildungslücke – die zwei Naturgesetze der Geldwirtschaft | Global Change 2009 e.V.

    [...] Im Gegensatz zu einem Einzelhaushalt gibt es für die Staatshaushalte keinen strengen Zusammenhang zwischen Ausgabekürzungen und Entschuldung. Der Unterschied ist einfach, dass der Privathaushalt mit konstanten Einnahmen rechnen kann, auch wenn er seine Ausgaben kürzt. Der Staatshaushalt wird aber überproportionale Einnahmeausfälle erleiten, wenn die private Restgruppe gerade wegen des durch seine Ausgabekürzung ausgelösten Abschwungs ihre Verschuldungsneigung senkt und damit auch ihre Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen kürzt. Dies wird auch in der Eurokrise immer mehr praktisch belegt. [...]

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