Prof. Otmar Issing ist einer der renommiertesten Experten zum Thema Geld. Er war Vorstand bei der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank. In seinem Standardwerk „Einführung in die Geldtheorie“ erläutert er sowohl die Geldentstehung aus Kredit als auch – auf Seite 105 – das Problem der Nullzinsgrenze:
In Zeiten des konjunkturellen Abschwungs und extrem pessimistischer Erwartungen kann es folglich sein, dass es keinen positiven Zinssatz gibt, bei dem Angebot und Nachfrage nach Ersparnissen zum Ausgleich kommen. Das Sparen führt dann also zu einem teilweisen Nachfrageausfall, der Kreislauf gerät in einen Schrumpfungsprozess (siehe Abb. 21).
wie auch auf Seite 284 die Ursache im hortbaren Bargeld:
Die besonderen Schwierigkeiten für die Geldpolitik liegen darin, dass sie ihre Zinsen höchstens bis auf Null reduzieren kann (Null-Grenze) (siehe Abschnitt 11). Vorschläge, diese Grenze für den Nominalzins durch eine Art Steuer auf das Halten von Geld aufzuheben, sind kaum praktikabel…
Solange mit dem Bargeld ein liquides, risikoloses alternatives Aktivum zur Verfügung steht, kann der Nominalzins nicht unter Null sinken – die Anleger würden Aktiva mit negativer Verzinsung meiden und Bargeld halten.
Dabei ist es ganz einfach - man kann den Euro sogar nachrüsten!
21 Januar, 2010 um 12:50 Uhr
[...] This post was mentioned on Twitter by Ano Nymous, Ano Nymous. Ano Nymous said: Die wahre Ursache der Finanzkrise: http://www.global-change-2009.com/blog/prof-otmar-issing-einfuhrung-in-die-geldtheorie/2010/01/ [...]
01 Februar, 2010 um 21:54 Uhr
Die einzige Schwierigkeit, die es zum Thema Geld gibt, ist die Tatsache, dass sich kaum jemand um das Verhältnis von Bargeld zu Kreditgeld kümmert.
Und dass Zinsgeld von niemand geschaffen wird, scheint auch niemand zu stören.
Oder verlangt das zu tiefe Analyse?
Mehr auf http://www.NationaleSchulden.eu
02 Februar, 2010 um 09:59 Uhr
Liebe Frau Kurjo,
die tiefere Analyse möchte ich Ihnen schwer ans Herz legen. :o)
Das sachliche Buch oben könnte Ihnen dabei helfen.
Grüße Jörg Buschbeck
08 Februar, 2010 um 09:39 Uhr
Hallo Frau Kurjo,
die Analyse von Herrn Prof. Dr. Issing trifft jedenfalls den Kern, auch wenn er sich bedeckt hält, was Lösungen betrifft.
Sämtliche Ansätze, die Zinsgeld oder zumindest die zinsbasierte Geldschöpfung abschaffen wollen, Giralgeld der Zentralbank unterstellen wollen (sogenanntes Vollgeld) oder gar einfach nur das Bankenwesen mehr regulieren wollen, doktern nur an Symtopen herum und gehen damit am noch tiefer liegenden Problem vorbei.
Das Problem ist, dass man das erst erkennen kann, wenn man sich mit beiden Welten befasst hat: Mit der Volkswirtschaftstheorie, wie sie gelehrt wird (Neoklassische Synthese und Monetarismus) UND beim Geldsystem weitergedacht hat als diese es tun. Nur letzteres führt leider genauso in die Irre wie nur ersteres.
Alles Gute wünscht
… Michael Hönnig
15 Februar, 2010 um 19:56 Uhr
[...] 80 Jahren – demnächst wird die Demokratie durch die Hilflosigkeit der Politik gegenüber der Geldmarktstörung völlig diskreditiert sein. Sollte sich nicht auch bei uns mal der Verfassungsschutz mit dem [...]
07 Mai, 2010 um 12:46 Uhr
Es gibt doch eine “natürliche” Entwertung des Geldes, nämlich die Inflation. Damit ist doch ein defacto neg. Zinssatz möglich!
07 Mai, 2010 um 15:42 Uhr
Hallo Herr Emerstorfer,
Ja, aber negative REALzinsen sind erstens eine unredliche Enteignung, und was aber viel schlimmer ist:
Da wir keine Deflation mit negativen NOMINALzinsen regeln können, brauchen wir auch immer Inflation. Inflation haben wir aber nur mit Nachfrage größer Angebot, also Kreditvergabe größer monetäre Sparquote. Genau deshalb haben wir den exponentialen Schuldenwachstumszwang der demnächst in den finalen Crash münden wird.
Grüße Jörg Buschbeck
07 Mai, 2010 um 20:34 Uhr
Hallo Herr Ermerstorfer,
Inflation wäre schon ok - auch mit negativen Realzinsen außerdem - nämlich dann, wenn der Gleichgewichtszins negativ ist (in der Rezession). Das Problem ist ein anderes: Unser Geldsystem erzeugt immer dann Inflation, wenn sie genau falsch ist (im Boom) und ist eher deflationär, wenn ein negativer Zins gebraucht würde (Rezession).
Grüße
… Michael Hönnig
14 Juni, 2010 um 11:30 Uhr
[...] Deshalb wird auch vermehrt Schuldscheine gesammelt, statt investiert - dies ist die eigentliche, sich selbst verstärkende Krise. Wir haben es hier mit einem Gefangenendilemma zu tun. Da bei Krisenanzeichen alles in [...]
05 August, 2011 um 14:15 Uhr
[...] In Phase3 trifft das Sparen/Nachfrageverzicht auf ein aus den Investitionen der Vorphasen erweitertes Angebot. Der gleiche Nachfrageverzicht, welcher uns in Phase1 den Aufschwung gebracht hat, wird nun zum Sargnagel des Systems. Es setzt eine Kettenreaktion in Gang, an dessen Ende das Platzen der Kreditketten steht. Nachfrageverzichtsmalus als Marktlösung Hier wäre in Phase3 statt der Nachfrageverzichtsprämie aus Phase 1 ein Nachfrageverzichtmalus, also ein negativer Guthaben-Zins nötig, um das System ohne staatliches Eingreifen im Gleichgewicht zu halten. Dies ist aber nicht möglich, solange es knappes hortbares Zentralbankgeld gibt, gegen welches man bedarfsweise seine Guthaben eintauschen kann. Außerdem ist das Sparen immer noch beim Wähler positiv besetzt, weil es ja früher mal positiv war. Eine derartige Änderung des Geldsystems scheint also politisch nicht opportun. Siehe bitte auch die Aussagen von EX Buba/EZB Vorstand Prof. O.Issing zum Thema [...]
29 Oktober, 2011 um 11:35 Uhr
[...] Die Geldmarktstörung durch das hortbare Bargeld ist selbst O.Issing bekannt - aber es wird leider i… [...]
25 November, 2011 um 17:24 Uhr
[...] Stützel Schüler - Ex EZB Chefvolkswirt Otmar Issing Ich bin stolz ein Stützel-Schüler zu sein Einführung in die Geldtheorie und das Bargeldproblem [...]
09 Januar, 2012 um 21:54 Uhr
[...] möglich zu verhindern sucht. Ist die Staatsverschuldung ausgereizt wird privates Geldsparen durch bargeldbedingte Nullzinsgrenze als Marktstörung [...]
23 Januar, 2012 um 21:02 Uhr
[...] wahrgenommen) Insolvenzen von Banken und Versicherungen einfach zulassen, Geldmarktstörung durch Nullzinsgrenze abschaffen, Gesell-Geld ermöglicht marktgerechte [...]
24 Januar, 2012 um 16:31 Uhr
[...] - neue innovative Unternehmer starten 7. Ein Grundeinkommenszuschlag könnte das wegen der bargeldbedingten Nullzinsgrenze fehlende antideflationäre Steuerelement der Geldpolitik [...]
30 Januar, 2012 um 18:17 Uhr
[...] der Spar-Einlagen) an den „schlechten“ Schulden einfach bankrott gehen lassen und/oder die bargeldbedingte Nullzinsgrenze abschaffen und damit negative Nominalzinsen (Zinsabbuchungen) ermöglichen. Nach unseren [...]