12. Mai 2010

Prof. Otmar Issing - Einführung in die Geldtheorie

Prof. Otmar Issing ist einer der renommiertesten Experten zum Thema Geld. Er war Vorstand bei der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank. In seinem StandardwerkEinführung in die Geldtheorie erläutert er sowohl die Geldentstehung aus Kredit als auch – auf Seite 105 – das Problem der Nullzinsgrenze:

In Zeiten des konjunkturellen Abschwungs und extrem pessimistischer Erwartungen kann es folglich sein, dass es keinen positiven Zinssatz gibt, bei dem Angebot und Nachfrage nach Ersparnissen zum Ausgleich kommen. Das Sparen führt dann also zu einem teilweisen Nachfrageausfall, der Kreislauf gerät in einen Schrumpfungsprozess (siehe Abb. 21).

wie auch auf Seite 284 die Ursache im hortbaren Bargeld:

Die besonderen Schwierigkeiten für die Geldpolitik liegen darin, dass sie ihre Zinsen höchstens bis auf Null reduzieren kann (Null-Grenze) (siehe Abschnitt 11). Vorschläge, diese Grenze für den Nominalzins durch eine Art Steuer auf das Halten von Geld aufzuheben, sind kaum praktikabel…

Solange mit dem Bargeld ein liquides, risikoloses alternatives Aktivum zur Verfügung steht, kann der Nominalzins nicht unter Null sinken – die Anleger würden Aktiva mit negativer Verzinsung meiden und Bargeld halten.

Dabei ist es ganz einfach - man kann den Euro sogar nachrüsten!

16 Kommentare

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  1. Tweets that mention Prof. Otmar Issing - Einführung in die Geldtheorie | Global Change 2009 e.V. -- Topsy.com

    [...] This post was mentioned on Twitter by Ano Nymous, Ano Nymous. Ano Nymous said: Die wahre Ursache der Finanzkrise: http://www.global-change-2009.com/blog/prof-otmar-issing-einfuhrung-in-die-geldtheorie/2010/01/ [...]

  2. Sabine Kurjo

    Die einzige Schwierigkeit, die es zum Thema Geld gibt, ist die Tatsache, dass sich kaum jemand um das Verhältnis von Bargeld zu Kreditgeld kümmert.

    Und dass Zinsgeld von niemand geschaffen wird, scheint auch niemand zu stören.

    Oder verlangt das zu tiefe Analyse?

    Mehr auf http://www.NationaleSchulden.eu

  3. Jörg Buschbeck

    Liebe Frau Kurjo,

    die tiefere Analyse möchte ich Ihnen schwer ans Herz legen. :o)
    Das sachliche Buch oben könnte Ihnen dabei helfen.

    Grüße Jörg Buschbeck

  4. Michael Hönnig

    Hallo Frau Kurjo,

    die Analyse von Herrn Prof. Dr. Issing trifft jedenfalls den Kern, auch wenn er sich bedeckt hält, was Lösungen betrifft.

    Sämtliche Ansätze, die Zinsgeld oder zumindest die zinsbasierte Geldschöpfung abschaffen wollen, Giralgeld der Zentralbank unterstellen wollen (sogenanntes Vollgeld) oder gar einfach nur das Bankenwesen mehr regulieren wollen, doktern nur an Symtopen herum und gehen damit am noch tiefer liegenden Problem vorbei.

    Das Problem ist, dass man das erst erkennen kann, wenn man sich mit beiden Welten befasst hat: Mit der Volkswirtschaftstheorie, wie sie gelehrt wird (Neoklassische Synthese und Monetarismus) UND beim Geldsystem weitergedacht hat als diese es tun. Nur letzteres führt leider genauso in die Irre wie nur ersteres.

    Alles Gute wünscht
    … Michael Hönnig

  5. Unser Finanzsystem samt Großteil der Volkswirte – ein Fall für den Verfassungsschutz? « Rheingold Blog

    [...] 80 Jahren – demnächst wird die Demokratie durch die Hilflosigkeit der Politik gegenüber der Geldmarktstörung völlig diskreditiert sein. Sollte sich nicht auch bei uns mal der Verfassungsschutz mit dem [...]

  6. Gerwich Emerstorfer

    Es gibt doch eine “natürliche” Entwertung des Geldes, nämlich die Inflation. Damit ist doch ein defacto neg. Zinssatz möglich!

  7. Jörg Buschbeck

    Hallo Herr Emerstorfer,

    Ja, aber negative REALzinsen sind erstens eine unredliche Enteignung, und was aber viel schlimmer ist:

    Da wir keine Deflation mit negativen NOMINALzinsen regeln können, brauchen wir auch immer Inflation. Inflation haben wir aber nur mit Nachfrage größer Angebot, also Kreditvergabe größer monetäre Sparquote. Genau deshalb haben wir den exponentialen Schuldenwachstumszwang der demnächst in den finalen Crash münden wird.

    Grüße Jörg Buschbeck

  8. Michael Hoennig

    Hallo Herr Ermerstorfer,

    Inflation wäre schon ok - auch mit negativen Realzinsen außerdem - nämlich dann, wenn der Gleichgewichtszins negativ ist (in der Rezession). Das Problem ist ein anderes: Unser Geldsystem erzeugt immer dann Inflation, wenn sie genau falsch ist (im Boom) und ist eher deflationär, wenn ein negativer Zins gebraucht würde (Rezession).

    Grüße
    … Michael Hönnig

  9. DER Systemfehler: “Schulden haben einen Rückzahltermin - Guthaben nicht” | Global Change 2009 e.V.

    [...] Deshalb wird auch vermehrt Schuldscheine gesammelt, statt investiert - dies ist die eigentliche, sich selbst verstärkende Krise. Wir haben es hier mit einem Gefangenendilemma zu tun. Da bei Krisenanzeichen alles in [...]

  10. Grundkurs zur monetären Alphabetisierung_____________________________ Teil4 - Nichtneutralität des Geld-Systems - Aufschwung und Krise | Global Change 2009 e.V.

    [...] In Phase3 trifft das Sparen/Nachfrageverzicht auf ein aus den Investitionen der Vorphasen erweitertes Angebot. Der gleiche Nachfrageverzicht, welcher uns in Phase1 den Aufschwung gebracht hat, wird nun zum Sargnagel des Systems. Es setzt eine Kettenreaktion in Gang, an dessen Ende das Platzen der Kreditketten steht. Nachfrageverzichtsmalus als Marktlösung Hier wäre in Phase3 statt der Nachfrageverzichtsprämie aus Phase 1 ein Nachfrageverzichtmalus, also ein negativer Guthaben-Zins nötig, um das System ohne staatliches Eingreifen im Gleichgewicht zu halten. Dies ist aber nicht möglich, solange es knappes hortbares Zentralbankgeld gibt, gegen welches man bedarfsweise seine Guthaben eintauschen kann. Außerdem ist das Sparen immer noch beim Wähler positiv besetzt, weil es ja früher mal positiv war. Eine derartige Änderung des Geldsystems scheint also politisch nicht opportun. Siehe bitte auch die Aussagen von EX Buba/EZB Vorstand Prof. O.Issing zum Thema [...]

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  12. Hurra, Wolfgang Stützel Volkswirtschaftliche Saldenmechanik wieder lieferbar | Global Change 2009 e.V.

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  15. WARUM löst ein kleines Grundeinkommen so viele große Probleme? | Global Change 2009 e.V.

    [...] - neue innovative Unternehmer starten 7. Ein Grundeinkommenszuschlag könnte das wegen der bargeldbedingten Nullzinsgrenze fehlende antideflationäre Steuerelement der Geldpolitik [...]

  16. Ein grundlegender Lösungsansatz für die Systemkrise – Notenbanken werden zur „Monetative“ | Global Change 2009 e.V.

    [...] der Spar-Einlagen) an den „schlechten“ Schulden einfach bankrott gehen lassen und/oder die bargeldbedingte Nullzinsgrenze abschaffen und damit negative Nominalzinsen (Zinsabbuchungen) ermöglichen. Nach unseren [...]

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