18. Februar 2010

Interview auf HRinfo zum Offenbarungseid der Volkswirte in Atlanta

vielen Dank an HRinfo - bin aber leider kein großer Redner :o)

3 Kommentare

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  1. Hardy, der Student

    Hallo Jörg!
    Respekt für Dein Engagement.

    Hast Du denn inzwischen mal einen Staat spielerisch gegründet?
    Bei meiner letzten Staatsgründung waren Stecknadeln das Geld, meine Währung nannte ich Stena.
    Sind Stecknadeln kein Ding?
    Mit “Geld als Ding” lassen sich sämtliche Vorgänge sauber darstellen.

    Beim Start sämtliche Stena rein in die Staatsschatzkammer.

    Aktiva: Kasse 10.000
    Passiva: Emissionskapital 10.000

    Bei der Zentralbank tut sich noch gar nichts, aber jetzt, jetzt schreibe ich in die Zentralbankbilanz eine Ausgleichsforderung von 600 hinein und zahle ein Kopfgeld in Höhe von 40 Stena aus.

    Bilanz Staatsschatzkammer
    Aktiva: Kasse 9.400
    Forderung an ZB 600
    Passiva: Emissionskapital 10.000

    Bilanz ZB
    Aktiva: Ausgleichsforderung 600
    Passiva: Stenaumlauf 600

    So, und nun kommen die ganzen bekannten Geschäftsfälle dazu, so wie wir sie bestens kennen. Vielleicht nimmst Du ja mal zur Kenntnis, daß eine Forderung, lautend auf Stena, keine Stena selbst sind. Die Stena sind das Geld. Es gibt die Stena und dann säckeweise Schuldverhältnisse, die solche Stena zum Gegenstand haben.

    Völlig klar wird bei dieser Darstellung, daß die ZB keine Schulden beim Stenahalter hat. Vielmehr hat die ZB Schulden bei der Staatsschatzkammer.

    “Draußen” im Publikum kann bestens per Kredit gewirtschaftet werden, wird allerdings eine Stenaforderung fällig gestellt, dann müssen Stena auf den Tisch.

    Die Stena sind die Steuermünze, logischerweise lauteten meine Steuerbescheide auf x Stena.

    Möchte bloß mal wissen, was Du daran nicht kapierst. Selbstverständlich könnte ich die Stena auch im Keller der ZB lagern und intern verbuchen, sodaß die Staatsschatzkammer gar nicht mehr zu erkennen wäre. (Also so, wie die realen ZBen das mit den Geldscheinen machen, Geldscheine sind aber keine Banknoten, ebensowenig sind Stena Banknoten.)

    Du läßt Dich von der speziellen Darstellung der Vorgänge rund ums Geld bluffen, betrachte die anderen möglichen Darstellungen und die Verwirrung hat ein Ende.

    Bei der richtigen Darstellung wird auch sofort klar, daß ein souveräner Staat jederzeit Geld schuldfrei auszahlen könnte. (Schuldfrei heißt ja nicht, daß niemand Geldschulden hat.)

    Und selbstverständlich könnte man die Stena auch besteuern, z.B., indem man sie als Ablaufgeld definiert. Eure Pläne sind mit der Tatsache, daß Geld ein Ding ist, voll zu vereinbaren.
    Das Geld ist das Ding, welches die Geldforderung erfüllt. Im Extremfall reduziert sich das Ding auf eine nackte Buchung, die nackte Buchung wäre die mieseste Steuermünze (trotzdem kann eine solche Buchung eine prima “Kaufkraft” haben). Auch der Fall wurde von mir/uns vielfach praktiziert.

    Gruß vom Hardy!

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  3. Jörg Buschbeck

    Lieber Hardy,

    danke für die Blumen. Ja, Deine Stecknadeln und auch Deine Schatzkammer funktionieren wunderbar. Ich kann dies auch alles nachvollziehen.

    Nur - es reichen eben virtuelle Stecknadeln. Weil niemand in die ZB reinmarschiert und irgendwas fordert. Du denkst zu weit - glaub mir ich kenn dass. :o)

    Und, der “Normalbürger” - der erwartet nicht in der ZB was gegen seine Scheinchen zu fordern. Der reicht es ganz sticknormale Schuldtilgungsmittel zu haben die Ihm jeder Anbieter mit Begeisterung abnimmt.

    Also lieber Hardy, Deine Schatzkammer ist voll ok, nur die Normalbürger sind noch nicht reif dafür. Den Menschen reicht das virtuelle Geldding - wenn Sie allerdings begreifen, dass Geld eine Forderung ist - dann könnte die Frage nach “dem Geforderten” lauter werden. Nur haben wir auch dafür eine “schatzkammerfreie” Antwort. Die realwirtschaftliche Gegenleistung der Kreditnehmer ist das Geforderte. Das kannst Du zerlegen - aber eben nur Du. :o)

    Liebe Grüße Jörg

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