2. September 2010

Die Wirtschaft hat ein recht triviales Regelungs-Problem

Da die Ware nicht vom Himmel fällt, sondern vielmehr Zeit vergeht, muss alles wirtschaften vorfinanziert werden. Wirtschaften beginnt also kausal mit dieser
Vorfinanzierung. Im Zuge der Angebotserstellung, wird auch das Geld produziert.

Wir haben eine Geldproduktion, die Kreditvergabe = Zusatznachfrage*
Dann haben wir eine Geldvernichtung, die Kredittilgung = fehlende Nachfrage*
Und dann haben wir eine Geldblockierung = Guthabenausweitung = fehlende Nachfrage*

Solange die Zusatznachfrage über der fehlenden Nachfrage liegt, haben wir Übernachfrage = Inflation. Umgekehrt wäre es Deflation.

Nur für die Inflation haben wir ein Steuerelement, den heute kausal positiven Zins als Nachfrageverzichtsprämie. Für die Deflation(Unternachfrage) haben wir derzeit kein geregeltes Steuerelement, weshalb das System im Deflationsfall in einer positiven Rückkopplung aus einbrechender Kreditvergabe und Angstsparen kollabiert.
Beides hat ja mit Vertrauen zu tun, dass man zu einem Auto ohne Bremse nun mal nicht haben kann.

1. Wir haben also nur ein wirklich gravierendes wirtschaftliches Problem, das fehlende Steuerelement für die Deflation. Diese fehlende „Absturz-Bremse“ sollten wir gelegentlich mal nachrüsten, dann könnte das Pillepallefach Volkswirtschaft in die Grundschule verlegt werden, da alle nachgelagerten Probleme damit auch verschwinden.

*jeweils innerhalb der betrachteten Periode

1 Kommentar

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  1. Wirtschaften ist nicht Tauschen | Global Change 2009 e.V.

    [...] Darauf baut dann auch meine etwas konstruktivere Relativitätstheorie des Gewinns auf. und eine Kurzversion zu Inflation und Deflation hier. [...]

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