8. Februar 2012

Die deutsche Geschichte wird in Griechenland wiederhohlt und Exportüberschüsse sind ein Geschenk?(FAZ)

Dies kann man schon länger in diesem Blog lesen, aber nun steht solches auch in der FAZ

Gibt es denn eine Chance, dass wiederum die Forderungen der Deutschen noch einmal beglichen werden?

Die akkumulierten Überschüsse in Form des deutschen Auslandsvermögens gegenüber Südeuropa sind wahrscheinlich weg. All die schönen deutschen Luxusautos und Maschinen haben wir wohl verschenkt. Wenn Sie so wollen, sind wir insofern eben doch von unserer Geschichte eingeholt worden.

9 Kommentare

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  1. Peter Degenhardt

    Mir sind die Zusammenhänge noch nicht ganz klar. Ist es in etwa so? Ein griechische Beamter kauf sich einen Golf, den er von seinem Gehalt bezahlt. Das Gehalt bekommt er vom griechischen Staat der sich dafür bei einer Privatbank verschultet. Die Privatbank hat den Schuldtitel an die EZB verkauft. Nun kommt der Schuldenschnitt und die EZB bekommt ihr Geld nicht zurück. Die EZB holt sich das Geld beim deutschen Steuerzahler in Form von Steuern.

  2. Jörg Buschbeck

    lieber Peter, das versteht man auch nur, wenn man die Globalsätze denken kann und will, dies müßten wir wie andere paradoxien(Erde ist Kugel obwohl es nicht so ausschaut) in der Schule lernen. Machen wir aber nicht, aber wir werden es schon noch mal irgendwie in Bilder bekommen, es kommen in nächster Zeit noch viele Grundlagenbeiträge hier.

  3. World B Free!

    Der Weg schaut einleuchtend aus. Es ist jedoch egal, ob ein griechischer Beamter, ein griechisches Unternehmen oder ein beliebiger anderer Grieche den Golf kauft. Der Staat Griechenland hat zu wenig Steuern eingenommen und damit einen Wohlstand auf Pump erzeugt. Für die Staatsschulden kommen nun die Steuerzahler der Retternationen auf. VW verdient natürlich daran.

  4. World B Free!

    Ich glaube Jörg meint, dass Deutschland durch niedrige Löhne seine Exportprodukte zu preiswert angeboten hat und daher selbst Schuld ist, dass die Güter jetzt abgeschrieben werden müssen. Einen Schuldigen zu suchen, ist ja auch nicht die Lösung, wenn das System im Allgemeinen schon nicht funktioniert.

  5. Jörg Buschbeck

    Staatliche Ausgabeüberschüsse = Einnahmeüberschüsse des Rest der Welt.

    Und Rest der Welt sind die inländischen Privaten + die sich in Importüberschüssen spiegelnden Einnahmeüberschüsse des Auslands

    deswegen gilt:

    National gilt für ein Exportüberschussland wie Deutschland:
    Staatsschuldenwachstum = Wachstum der privaten Geldvermögen abzgl. Exportüberschüsse

    National gilt für ein Importüberschussland wie Griechenland:
    Staatsschuldenwachstum = Wachstum der privaten Geldvermögen zzgl. Importüberschüsse

  6. World B Free!

    Das bedeutet doch, wenn Griechenland seine Staatsschulden im Griff haben möchte, obwohl Deutschland preiswert oder hochwertig exportiert, müssen:
    - die griechischen Bürger weniger Sparvermögen aufbauen (höhere Steuern, geringere Löhne, höhere Investionsbereitschaft)
    - die Zölle auf Deutsche Waren erhöht werden (früher ging das über Währungsab-/aufwertung)
    - die Binnenwirtschaft Griechenlands gestärkt werden, um konkurrenzfähige Produkte zu entwickeln (ohne Schuldenwachstum möglich?)

  7. AH

    @World
    Das ist ja das im Grunde!
    Im Ausland verbuchte Schulden müssen einfach dadurch getilgt werden, indem die Gläubiger bereitwillig und mit Freude den Griechen etwas abkaufen. Egal wie, und dabei hilft Produktivität, Abwertung und gleichwertiges auch nur zum Teil. Es fehlt dabei noch an Innovationen bzw. Bedarfsorientierung.
    Alles andere sind dann unordentliche Schenkungen und führen zu ordnungszersetzenden Verteilungsstreitereien wie wir sie heute sehen.

    Nur keiner, weder griechische oder Politiker anderer Nationen, bringt das auf den Punkt, zur Sprache oder zeigt der Bevölkerung eine Perspektive dafür auf! Sich im Inland zu entschulden ist wirklich nur die halbe Wahrheit und nach dem Abzug von Privatvermögen ins Ausland noch weniger. Wenn überhaupt…

  8. Michael Hönnig

    @AH, genau, das gilt überhaupt (unabhängig von Griechenland):

    “… Schulden müssen einfach dadurch getilgt werden, indem die Gläubiger bereitwillig und mit Freude den … [Schuldnern] etwas abkaufen.”

    Mit anderen Worten: die Schuldner können ihre Schulden nur dann abbauen, wenn die Gläubiger ihre Guthaben verkonsumieren (=abbauen).

    Das ist so trivial, dass es kaum jemand begreift. Im Piratenforum bei XING z.B. behauptet jemand gerade, eine jährliche Schuldentilgung von nur 5MRd€ wäre das größte denkbare Konjunturprogramm. Der Mann hat ja so gar keine Ahnung.

  9. Jörg Buschbeck

    @Michael,

    JA, volle Zustimmung, es ist so in der Sache so grundlegend einfach, und trotzdem sagt einem fast jeder, dass es schwierig wäre.

    Meine These - es ist emotional unendlich kompliziert, siehe Strobl:

    http://www.global-change-2009.com/blog/die-religion-der-guthaben-mit-freud-und-strobl-verstehen-die-analerotische-finanzkrise/2011/10/

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