unser Notenbankgeld und unser Geschäftsbankengeld ist fast zu 100% Kredit,
bedeutet Kreditaufnahme = Geldproduktion für die Geldverbraucher = Sparer
Diese Aussage bringt immer wieder ungläubiges Staunen hervor - selbst bei sogenannten Finanzexperten. Nun muss man dies einem gelernten Elektromonteur nicht glauben. Aber sollte man diesbezüglich an der Bundesbank zweifeln?
vertiefte Informationen zum Kreditcharakter von Zentralbankgeld und Geschäftsbankengeld findet man in diesem sehr empfehlenswerten Grundlagenbuch von Ihrem Ex-Vorstand Prof. Issing.
Prof. Otmar Issingist einer der renommiertesten Experten zum Thema Geld. Er war Vorstand bei der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank. In seinem Standardwerk „Einführung in die Geldtheorie“erläutert er sowohl die Geldentstehung aus Kredit als auch – auf Seite 105 – das Problem der Nullzinsgrenze:
In Zeiten des konjunkturellen Abschwungs und extrem pessimistischer Erwartungen kann es folglich sein, dass es keinen positiven Zinssatz gibt, bei dem Angebot und Nachfrage nach Ersparnissen zum Ausgleich kommen. Das Sparen führt dann also zu einem teilweisen Nachfrageausfall, der Kreislauf gerät in einen Schrumpfungsprozess (siehe Abb. 21).
wie auch auf Seite 284 die Ursache im hortbaren Bargeld:
Die besonderen Schwierigkeiten für die Geldpolitik liegen darin, dass sie ihre Zinsen höchstens bis auf Null reduzieren kann (Null-Grenze) (siehe Abschnitt 11). Vorschläge, diese Grenze für den Nominalzins durch eine Art Steuer auf das Halten von Geld aufzuheben, sind kaum praktikabel…
Solange mit dem Bargeld ein liquides, risikoloses alternatives Aktivum zur Verfügung steht, kann der Nominalzins nicht unter Null sinken – die Anleger würden Aktiva mit negativer Verzinsung meiden und Bargeld halten.
Warentausch = ausgeglichene Geldsalden - also, dass ist nur anders formuliert - aber eine Top Geschichte
man beachte in dem letzten Teil bitte die Meinung von Keynes zur ausufernden Freude an Geldhaltung und seinen da wohl bisher etwas übetriebenen Optimismus. :o)
das erwähnte Leistungsbilanzdefizit ist übrigens nichts anderes, als die überschüssige Sparquote beispielsweise Deutschlands!
“Club Med”-Staaten in der Zwickmühle
Rainer Sommer 06.03.2010 auf heise.de
Setzen die Griechen oder Spanier die Sparpläne tatsächlich so um wie geplant, ist eine ökonomische Katastrophe unausweichlich
Die südlichen Euroländer haben sich allesamt recht hehre Ziele gesetzt, wie sie ihre makroökonomischen Verhältnisse ins Maastricht-konforme Lot bringen wollen. Die Griechen wollen beispielsweise ihr Budgetdefizit bis 2012 von derzeit 12,7 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts senken, während sich Spanien dafür immerhin bis 2013 Zeit gibt.
Ein kleiner Ausflug in die Makroökonomie legt in beiden Fällen allerdings nahe, dass es schlichtweg unmöglich sein dürfte, diese Ergebnisse auch nur annähernd zu erreichen. So setzt die Volkswirtschaftslehre, wenn es um Aggregate aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wie dem Budgetdefizit, den privaten Ersparnissen oder der Leistungsbilanz eines Staates geht, so genannte “Identitäten” voraus. Dabei handelt es sich übrigens nicht um irgendwelche ökonomischen Theorien, die stimmen können oder auch nicht, sondern um eine Art von buchhalterischem Rechnungswesen, das den Zusammenhang dieser Wirtschaftsdaten ausdrückt
aus einem Kommentar beim Spiegelfechter:
3.Chat Atkins am 3. März 2010 um 18:10 Die gesellschaftliche Konfliktlinie verläuft heute nicht zwischen ‘Leistungsträgern’ und ‘Leistungsverweigerern’, sie verläuft zwischen ‘Verantwortungsträgern’ und ‘Verantwortungsverweigerern’, also zwischen Grupp und Ackermann, zwischen Geißler und Westerwelle, um das Ganze auch mal zu personifizieren.
aus dem Beitrag bei Spiegelfechter: Der Konservative und die Linke
Fast scheint es so, als habe sich die Welt gedreht und Wolfgang Grupp ist stehengeblieben. Grupp hat nichts gegen einen Spitzensteuersatz von 54% wie zu Kohls Zeiten – aber nur dann, wenn der Staat mit diesem Geld ordentliche Verhältnisse schafft. Nicht die Banken, sondern die Menschen seien es, die den Standort Deutschland zu dem machten, was er ist. Grupp glaubt an den Standort Deutschland und verachtet die Banken. Ebenso verachtet er die moderne Wirtschaftspraxis – angestellte Manager, die Milliarden versenken, auf den Sharehoder-Value schielen und sich dann wieder vom Acker machen und bei einem neuen Unternehmen anheuern, sind ihm ein Graus. Dies ließ er gestern bei “Maischberger” auch seinen Sitznachbarn deutlich spüren. Der ehemalige Pleitier und heute gefeierte Immobilientycoon Thomas Kramer ist für einen Grupp ein “Hasardeur und Ausbeuter”. So bezeichnet der streitbare Textilfabrikant übrigens die halbe deutsche Wirtschaftselite. Wenn es denn eine Elite gibt, die diese Stellung auch verdient hat, so zählt Wolfgang Grupp sicher dazu
Keine Alternativen zur Herrschaft des Kapitalrendite?
Nein, keine Alternativen zu Ihrer Abschaffung!
Also, das beste an dem Text ist zwar leider die Überschrift - die Negativzinsen brauchen wir
natürlich zum Entsparen = Selbstinvestieren der blockierten Schuldtilgungsmittel und nicht
für Minuszinskredite.
Trotzdem - solche Überschriften bei der INSM sind der Hammer:
Prof. Dr. Ulrich van Suntum
Mit Negativzinsen aus der Rezession 27.01.2010
Die aktuelle Krise gibt Anlass darüber nachzudenken, ob keynesianische Ausgabenprogramme in großem Stil wirklich die beste Therapie sind. Die tatsächlichen Multiplikatoreffekte sind mit aktuell geschätzten Werten zwischen 0 und 1,8 viel geringer, als die Theorie erwartet. Das bedeutet, dass mit jedem Euro, den der Staat zusätzlich verausgabt, das Bruttoinlandsprodukt um maximal 1,8 Euro steigt, möglicherweise aber eben auch gar nicht. Gleichzeitig entstehen immense Kosten, die uns noch jahrzehntelang belasten werden.
„99 Prozent der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als »nicht existent«.“
(der St. Galler Ökonomieprofessor Hans-Christoph Binswanger)
Der ehemalige Chefvolkswirt der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank, Otmar Issing (1), definiert die Entstehung von Geld so (2): „Es gibt heute im allgemeinen zwei Produzenten von Geld, nämlich die Notenbank und die Kreditinstitute“.
Banken verleihen kein Geld - sondern Sie produzieren gleichzeitig Kreditforderungen und Geldguthaben (3).
Die Bank dokumentiert in ihrer Bilanz eine Forderung gegenüber einem Kreditnehmer. Sie “monetarisiert” dabei die Sicherheiten der Kreditnehmer. Es ist also keine Geldschöpfung “aus dem nichts” - sondern der Kreditnehmer verspricht und sichert zusammen mit dem Kapital der Bank eine spätere Leistung.
Der Vorgang lässt sich auch in einem Buchungssatz in Kaufmannssprache beschreiben:
„Forderung (gegenüber dem Kreditnehmer) an Sichtguthaben“
Da sie das auf den Konten ihrer Kunden macht, entsteht Geld, mit dem ein Kunde bezahlen kann.
Geld ist also kein “Ding” - sondern eine (hoffentlich) besicherte, umlauffähig gemachte Kreditforderung. Read the rest of this entry »
was das Zeug hält, wenn Sie Ihre eigene Leistung nur zu 50% nachfragen. In den 50% Sparquote ist sicherlich auch “Investitionsmittelkonsum” im Inland. Leider ist auch dies Teil des globalen “ökonomischen Irrenhauses” aus gestörten inländischen Geldmärkten und gestörten Wechselkurssystemen.
“Dafür sparen offenbar die umso mehr, die es nun gar nicht mehr nötig haben. Die über Achtzigjährigen sparen gut ein Zehntel ihres verfügbaren Einkommens, obwohl fast 40 Prozent der Haushalte angaben, das spätere Vererben sei ein gänzlich unwichtiger Grund fürs Sparen. Vielleicht ist das Sparen für die Deutschen längst eine Angewohnheit, die keinen besonderen Zweck mehr erfüllen muss.”
“Das Grundproblem besteht jedoch letztlich nicht in modernen Finanzinstrumenten, sondern in Ungleichgewichten innerhalb der Weltwirtschaft. Was ist damit gemeint? Exporte und Importe müssen global gesehen null ergeben. Die Welt kann kein Handelsdefizit oder einen Handelsüberschuss mit sich selber haben. Deshalb ist es ungesund, wenn ein Land jährlich wiederkehrend viel mehr exportiert als importiert, oder umgekehrt. Beides führt dazu, dass die Balance verloren geht.”