26. September 2010
Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst, wenn Die Nachfrage auf Kredit genauso groß ist wie Geldsparen und Kredittilgungen bereinigt um das Exportsaldo.
Seit ewigen Zeiten werden sich die Ökonomen nicht einig, wie die großen Schwankungen von Angebot und Nachfrage in der realen Wirtschaft zu begreifen sind. Dies hat wohl eine einfache Ursache - sie glauben, die Banken verleihen Geld.
Während in der klassischen Theorie, eben nie Nachfrage fehlen konnte, weil ja die Banken das gesparte Geld wieder verleihen, glaubte der große Jahrhundertökonom Keynes eine Spekulationskasse entdeckt zu haben, deren Inhalt in Krisenzeiten eben nicht verliehen wird.
Siehe dazu einfach auch das Say’sche Theorem, die Grundlage angebotsorientierter Wirtschaftstheorie.
Und die ganze Streiterei der ökonomischen Theoretiker geht im Kern nun um die Frage, ob das Say’sche Theorem neben seiner tautologischen Erfüllung in einer reinen Tauschwirtschaft, auch in einer Wirtschaft mit Geld gilt oder oben nicht.
Und was ist nun davon richtig? Na nichts, die Banken verleihen kein Geld, Sie vergeben Kredit und produzieren umlauffähige Schuldtitel. Dinge kann man verleihen, aber eben das Geld nicht, WEIL GELD AUS BANKENSICHT KEIN DING ist. Das eigentlich nachfragebestimmende Geld ist heute das Geschäftsbankengeld. Und dieses ist für die Bank ein Kreditvertrag mit einer Guthaben- und einer Schuldseite, wie soll Sie so ein Konstrukt verleihen? Zuerst ist die Kreditvergabe der Bank und später können die Guthaben aus der Kreditvergabe dann von Nichtbanken blockiert = gespart werden. Es gibt keinen zeitlichen Zusammenhang zwischen Kreditvergabe und Sparen, deshalb kann es Zeiten mit monetär bedingter Übernachfrage (Inflation) und monetär bedingter Unternachfrage (Deflation) geben - welche anhand der verschiedenen Nachfragefunktion der 3 Kriterien erklärbar sind:
1. Kredittilgungen - fehlende Nachfrage (Einkommen “verschwindet” ohne Nachfrage)
2. Geld-Sparen aus allen Einkommensarten - fehlende Nachfrage (Einkommen vorerst blockiert)
3. Kauf auf Neukredit - Zusatznachfrage (Zusatzausgaben zum Einkommen der Periode dazu)
Und dann erklärt sich das große Jahrhunderträtsel der Ökonomie auf einmal. Denn eigentlich kann nie etwas fehlen, des einen Einkäufe sind des anderen Verkäufe - entstehende Salden werden einfach verliehen. Wenn man die Traumwelt der Tauschwirtschaft verlässt und in die real existierende Welt des Kreditgeldes eintaucht, dann gibt es drei IN DER ZEIT entkoppelte Dinge, welche diese Regel durchbrechen.
Deshalb gilt die folgende Formel jeweils für die Salden einer Betrachtungs - Periode:
monetär bedingte Unternachfrage besteht wenn:
Nachfrage auf Kredit < Geldsparen + Kredittilgungen
auf ein einzelnes Land betrachtet, müssen wir die Formel um die Exportsalden bereinigen:
Exportüberschüsse - Zusatzeinnahmen ohne inländische Ausgaben
Exportdefizite - Zusatzausgaben ohne inländische Einnahmen
deshalb gilt bei Betrachtung bezogen auf eine nationale Volkswirtschaft:
Unternachfrage besteht bei Liquiditätskonstanz wenn:
Nachfrage auf Kredit < Geldsparen + Kredittilgungen - Exportüberschüsse
Also hier nun nochmal “Buschis Theorem” für wirtschaftliches Gleichgewicht:
Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst, wenn Die Nachfrage auf Kredit genauso groß ist wie Geldsparen und Kredittilgungen bereinigt um das Exportsaldo.
An die mitlesenden Herren von der schwedischen Reichsbank, also nun mal her mit dem Nobelpreis.
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