28. September 2010

Stützels Comeback und Westerwelles Abstieg (Blog ohne Namen)

Volkswirtschaftliche Saldenmechanik. Das Wort klingt alt. Nach Gewinden, quietschenden Kurbeln - und einer mechanistischen Auffassung von Wirtschaft. So manch ein Ökonom dürfte dieser Tage trotzdem den guten alten Sützel aus dem Regel holen, dessen Hauptwerk eben genau diesen Titel trägt.

Grund dafür ist der jüngste Vorstoß von Frankreichs Finanzministerin Christine Legarde - jene, die von der “Financial Times” zur Finanzministerin des Jahres 2009 gewählt wurde. Sie forderte Deutschland auf, das gerne mit den Finger auf andere zeigt und sich selbst als großes strahlendes und exportstarlkes Vorbild sieht, wenigstens “a little something” gegen die globalen Ungleichgewichte zu tun, die seit der Finanzkrise in den Fokus der internationalen Politik gerückt sind.

weiter beim namenlosen Blog

 

27. September 2010

die verdrängte Tautologie, Schulden der Einen = Geldvermögen der Anderen

Netto Schulden der Einen = Geldvermögen der Anderen, was bedeutet dies praktisch?

Wer etwas gegen neue Schulden des Staates tun will, muss etwas gegen neue Geldvermögen der privaten Wirtschaftssubjekte tun.

Umverteilen oder Investitionsanregung auch bei Kleinrenditen
mehr prinzipielle, friedliche Optionen zu dem Thema gibt es nicht, “fertsch” -sagt der Sachse :-)

 

26. September 2010

die Unternachfrage - des Rätsels Lösung - “Buschis Theorem”

Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst, wenn Die Nachfrage auf Kredit genauso groß ist wie Geldsparen und Kredittilgungen bereinigt um das Exportsaldo.

Seit ewigen Zeiten werden sich die Ökonomen nicht einig, wie die großen Schwankungen von Angebot und Nachfrage in der realen Wirtschaft zu begreifen sind. Dies hat wohl eine einfache Ursache - sie glauben, die Banken verleihen Geld.

Während in der klassischen Theorie, eben nie Nachfrage fehlen konnte, weil ja die Banken das gesparte Geld wieder verleihen, glaubte der große Jahrhundertökonom Keynes eine Spekulationskasse entdeckt zu haben, deren Inhalt in Krisenzeiten eben nicht verliehen wird.

Siehe dazu einfach auch das Say’sche Theorem, die Grundlage angebotsorientierter Wirtschaftstheorie.

Und die ganze Streiterei der ökonomischen Theoretiker geht im Kern nun um die Frage, ob das Say’sche Theorem neben seiner tautologischen Erfüllung in einer reinen Tauschwirtschaft, auch in einer Wirtschaft mit Geld gilt oder oben nicht.

Und was ist nun davon richtig? Na nichts, die Banken verleihen kein Geld, Sie vergeben Kredit und produzieren umlauffähige Schuldtitel. Dinge kann man verleihen, aber eben das Geld nicht, WEIL GELD AUS BANKENSICHT KEIN DING ist. Das eigentlich nachfragebestimmende Geld ist heute das Geschäftsbankengeld. Und dieses ist für die Bank ein Kreditvertrag mit einer Guthaben- und einer Schuldseite, wie soll Sie so ein Konstrukt verleihen? Zuerst ist die Kreditvergabe der Bank und später können die Guthaben aus der Kreditvergabe dann von Nichtbanken blockiert = gespart werden. Es gibt keinen zeitlichen Zusammenhang zwischen Kreditvergabe und Sparen, deshalb kann es Zeiten mit monetär bedingter Übernachfrage (Inflation) und monetär bedingter Unternachfrage (Deflation) geben - welche anhand der verschiedenen Nachfragefunktion der 3 Kriterien erklärbar sind:

1. Kredittilgungen - fehlende Nachfrage (Einkommen “verschwindet” ohne Nachfrage)
2. Geld-Sparen aus allen Einkommensarten - fehlende Nachfrage (Einkommen vorerst blockiert)
3. Kauf auf Neukredit - Zusatznachfrage (Zusatzausgaben zum Einkommen der Periode dazu)

Und dann erklärt sich das große Jahrhunderträtsel der Ökonomie auf einmal. Denn eigentlich kann nie etwas fehlen, des einen Einkäufe sind des anderen Verkäufe - entstehende Salden werden einfach verliehen. Wenn man die Traumwelt der Tauschwirtschaft verlässt und in die real existierende Welt des Kreditgeldes eintaucht, dann gibt es drei IN DER ZEIT entkoppelte Dinge, welche diese Regel durchbrechen.

Deshalb gilt die folgende Formel jeweils für die Salden einer Betrachtungs - Periode:

monetär bedingte Unternachfrage besteht wenn:
Nachfrage auf Kredit < Geldsparen + Kredittilgungen

auf ein einzelnes Land betrachtet, müssen wir die Formel um die Exportsalden bereinigen:
Exportüberschüsse - Zusatzeinnahmen ohne inländische Ausgaben
Exportdefizite - Zusatzausgaben ohne inländische Einnahmen

deshalb gilt bei Betrachtung bezogen auf eine nationale Volkswirtschaft:
Unternachfrage besteht bei Liquiditätskonstanz wenn:
Nachfrage auf Kredit < Geldsparen + Kredittilgungen - Exportüberschüsse

Also hier nun nochmal “Buschis Theorem” für wirtschaftliches Gleichgewicht:
Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst, wenn Die Nachfrage auf Kredit genauso groß ist wie Geldsparen und Kredittilgungen bereinigt um das Exportsaldo.

An die mitlesenden Herren von der schwedischen Reichsbank, also nun mal her mit dem Nobelpreis. :-)

weiter zum Thema hier

 

25. September 2010

mit Außerirdischen die Staatsverschuldung stoppen?

Die globale Staatsverschuldung (staatliche Ausgabenüberschüsse) sind das exakte Spiegelbild der privaten Einnahmeüberschüsse (Saldo privater Guthabenaufbau) - siehe Saldenmechanik.

Was passiert, wenn der Staat einfach auch weniger ausgibt als er einnimmt?

Wenn die globalen Staaten und die globalen privaten Wirtschaftssubjekte gleichzeitig Einnahmeüberschüsse erzielen wöllten, dann ist dies nur mit Außerirdischen möglich. Bis zur Handelsaufnahme mit den Aliens, würde die gleichzeitige Geld-Sparneigung von Staat und Privat
aufgrund Ihrer sachlichen Unmöglichkeit eine Kettenreaktion des wirtschaftlichen Zusammenbruchs auslösen.

Staatsverschuldung ist ohne kosmische Exportüberschüsse = Verschuldung der Aliens also nur zu stoppen, wenn man die privaten Einnahmeüberschüsse auf der Erde stoppt - mehr zum Thema und Lösungsansätzen

 

22. September 2010

»Manchmal frage ich mich, warum ich so anders denke« - Stützel Schüler erzählen

»Manchmal frage ich mich, warum ich so anders denke«, sagt Bofinger heute, »und dann muss ich an Stützel denken.« Der mittlerweile verstorbene Professor Wolfgang Stützel wurde sein Ziehvater an der Universität in Saarbrücken. Stützel war überzeugter Vertreter der Lehre von John Maynard Keynes. Jenes oft zitierten britischen Ökonomen, der in den dreißiger Jahren erstmals die These verbreitete, dass die Nachfrage das Angebot bestimme und nicht umgekehrt.

hier der ganze Artikel zu Prof. Bofinger

aber Stützel = Keynesianer - da fragen wir mal seinen Schüler O.Issing

Für mich persönlich gibt es noch einen zweiten Grund zur Freude, heute hier bei der Preisverleihung der Hayek-Stiftung vor Ihnen stehen zu dürfen. Ich bin ein Stückchen stolz darauf, ein Schüler von Professor Wolfgang Stützel zu sein, der bei Walter Eucken studiert hat, dem Begründer der Freiburger Schule und Wegbereiter Hayeks. Stützel hat mich in seinen Vorlesungen über Ordnungspolitik, über die langfristige Wirkung wirtschaftspolitischer Instrumente, mit der Einbeziehung der Rechtswissenschaften in die Wirtschaftswissenschaften immer wieder begeistert. Heute kommt die Ordnungspolitik an den rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten viel zu kurz. So dürfen wir uns nicht wundern, dass Politik und Wirtschaft oft als kurzfristiger Aktionismus wahrgenommen werden. Stützel ging es um den großen Rahmen; er kam von der Mikro- zur Makroökonomie, nicht umgekehrt; Zählen, Messen, Wiegen waren seine Ausgangsbasis. Hinzu kam das Faszinosum des Verbalen, richtige Grundsätze müssen eben auch lebendig und faszinierend vermittelt werden. Stützel zitierte Hayek oft, unter anderem den Beleg, dass sozial gut gemeinte Eingriffe in die Marktwirtschaft am Ende oft ungemein unsoziale Resultate hervorbrachten. Und er verwies gern auf Hayeks Kritik an sogenannten „Wiesel-Wörtern“, womit er den oft missbräuchlichen Gebrauch von „Gerechtigkeit“ oder „sozial“ meinte, wichtige Anliegen, für die es aber keine eindeutige Festlegung gibt, so dass oft Täuschung, Missbrauch oder Illusionen mit dem Einsatz solcher Begriffe einhergehen.

hier die Rede von Prof. Issing

also war Stützel wohl doch eher, wie hier von Bofinger beschrieben, ein Selberdenker ohne ökonomische Glaubenskonfession - in der Saldenmechanik geht es um WARUM fragen, und eben nicht um WER’s - deshalb steh ich so auf Stützel

 

21. September 2010

ohne Stützels Saldenmechanik läuft nichts,

so wie kein Elektriker Durchblick hat, ohne zu wissen, wie der Strom fließt,
und kein Klempner Durchblick hat, ohne zu wissen, wie das Wasser fließt,
so kann kein Ökonom Durchblick haben, der nicht weis, wie das Geld fließt.

Stützels Saldenmechanik, die z.B. von Statistischem Bundesamt in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung verwendet wird um die wirtschaftliche Realität abzubilden, erklärt was die Ökonomen heute durch falsche Grund-Modelle von Tauschwirtschaft mit Geldmengen nicht verstehen, den Zusammenhang von Wirtschaft und Ihren “umlauffähigen Salden”, also dem Geld. Siehe dazu auch die Selbsterkenntnisse der Zunft auf der Frühjahrstagung in Atlanta.
hier Prof.Dr. Johannes Schmidt dazu in wissenschaftlicherem Text

 

18. September 2010

Prof. Dr. Johannes Schmidt - Saldenmechanik: ein Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung der makro-ökonomischen Theorie?

Prof. Dr. Schmidt arbeitet grundlegenden Fehler im ökonomischen Denken und der ökonomischen Modellierung, wie z.B. unzulässige Problemverschlingungen und fehlerhafte Gleichschrittannahmen, anhand der stützelschen Saldenmechanik heraus:

hier geht es zum Download dieses genialen Vortrages im Rahmen der gemeinsame Tagung des Arbeitskreises Politische Ökonomie und der Keynes-Gesellschaft:Keynes 2.0 Perspektiven einer modernen Keynesianischen Wirtschaftstheorie und -politik 9.-11. Oktober 2009, Hochschule Karlsruhe

Abstract
Die Diskussion um die theoretische Aufarbeitung der Finanzkrise hat einmal mehr das Problem aufgezeigt, daß die dominierenden makroökonomischen Modelle, seien sie neuklassischer oder neukeynesianischer Natur, monetäre Variablen nicht oder nur in sehr rudimentärer Form berücksichtigen. Offen ist, wie diesbezüglich weiter in der makroökonomischen Modellbildung zu verfahren ist.
Eine bisher weithin ungenutzte Möglichkeit könnte in der vor allem von WOLFGANG STÜTZEL entwickelten Saldenmechanik liegen. Diese findet sich zwar heute in nahezu jedem makroökonomischen Lehrbuch, jedoch meist nur als bloße Explikation von Buchhaltungsidentitä-ten, die man zwar berücksichtigen müsse, die aber für die Theoriebildung weiter keine Bedeutung hätten („accounting is not economics“).
Bereits STÜTZEL selbst war diesbezüglich anderer Meinung – verstand er doch seine Saldenmechanik auch explizit als „Beitrag zur Geldtheorie“ (so der Untertitel seines Buches). Möglicherweise könnte der Grund für die theoretischen Defizite vieler Modelle hinsichtlich monetärer Faktoren einfach darin liegen, daß die Modelle die Saldenmechanik entweder nicht berücksichtigen oder diese in einer völlig unzweckmäßigen Weise interpretieren. Das Papier stellt daher die Saldenmechanik sowie ihre Relevanz für geldtheoretische Fragestellungen dar und untersucht mit ihrer Hilfe dann anhand der Darstellung in BARRO (2008) das makroökonomische Grundmodell, das sowohl den neuklassischen als auch den neukeynesianischen Ansätzen zugrunde liegt. Diese Untersuchung ergibt hinsichtlich der Integration des Geldes eine fundamentale Inkonsistenz der Modelle; darüber hinaus läßt sich mit Hilfe der Saldenmechanik die kurzfristige Nicht-Neutralität des Geldes, die in diesen Modellen aufgezeigt wird, in sehr einfacher Weise interpretieren.

 

18. September 2010

Neu im Webshop - Wolfgang Stützel “Volkswirtschaftliche Saldenmechanik”

Stützel Saldenmechanik

Stützel Saldenmechanik

Das Jahrhunderbuch “Volkswirtschaftliche Saldenmechanik” von Prof. Wolfgang Stützel gibt es jetzt bei uns im Webshop. Nachdem das Buch bei Amazon nicht mehr verfügbar ist, haben wir uns entschlossen, es hier in den Versand aufzunehmen.

 

15. August 2010

Wie wird man DIW-Konjunkturexperte, Herr Fichtner?

Stattdessen komme es darauf an, Unternehmen und Haushalte vom Sparen zu überzeugen. „Dadurch werden neue Wachstumsimpulse gesetzt“, erklärte Fichtner. hier der Artikel beim Focus

Sind Sie schon mal auf die verwegene Idee gekommen, mal in die Buchhaltung dieses Landes zu schauen, ob denn nicht schon genug gespart wird?

die Bundesbank-Zahlen von 2009
Privathaushalte/Einzelfirmen sparen per Saldo ca. 150Mrd.€
nichtfinanzielle Kapitalgeselschaften sparen per Saldo ca. 20Mrd.€
finanzielle Institute sparen per Saldo ca. 29Mrd.€

Summe inländisches Sparen über privaten Inlands-Bedarf ca.199Mrd.€

Und der Staat(ca.79Mrd) und das Ausland(ca.120Mrd.€) muss/darf sich exakt in der Höhe des Zuvielsparens von Haushalten und Unternehmen verschulden. Können Sie in der Buchhaltung dieses Landes nicht lesen Herr Fichtner? Oder glauben Sie mit gutem Gewissen, dass die Verschuldung von USA, GB und PIIGS bei steigenden deutschen Exportüberschüssen weiter unbegrenzt wachsen kann?

Oder wissen Sie eventuell nicht, dass 2 + 2 = 4 ,dass die Einnahmeüberschüsse(Geldsparen) der Einen, die Ausgabenüberschüsse (Schulden) der Anderen sind?

In der Horterrepublik Deutschland sparen sogar die Unternehmen schon netto, also diese Wirtschaftssubjekte, die in Ihren Lehrbüchern eigentlich die Investition für die private Ersparnis tätigen. Jeder Euro der jetzt von Privat und Unternehmen zusätzlich gespart wird,
erhöht entweder die Verschuldung des Staates oder senkt Ihr geliebtes Wachstum.

Also, was befähigt Sie Herr Fichtner zum DIW-Konjunkturexperten - der Realitätsverlust, das konsequente Ignorieren des Zahlenwerkes von Bundesbank und Statistischem Bundesamt?

 

17. Mai 2010

2 + 2 = 4…Wirtschaftsweiser Wolfgang Stützel hat es lange vor Global Change erkannt

Saldenmechanik Seite 1/2/3 - Wolfgang Stützel 1978

..wird aber leider manchmal übersehen, dass es neben Zusammenhängen, die vom menschlichen Verhalten abhängen, und häufig auch als Zwischenglieder solcher Zusammenhänge, viele Größenbeziehungen in der Wirtschaft gibt, über die sich streng Allgemeingültiges aussagen lässt…
Es geht freilich bei diesen Zusammenhängen häufig um recht primitive Dinge.

So besteht zwischen der Wirtschaftstätigkeit des Herrn Schulze und der Tätigkeit aller übrigen Mitglieder der Weltwirtschaft außer zahllosen anderen Beziehungen auch noch der primitive Zusammenhang, dass stets, sooft Herr Schulze mehr verkauft und einnimmt als er selbst kauft und ausgibt, die „übrige Weltwirtschaft“ im gleichen Zeitraum einen gleichgroßen Überschuss Ihrer Käufe über Ihre gleichzeitigen Verkäufe haben wird, da offensichtlich jeder Verkaufsakt für den Partner einen Kaufakt darstellt. Man braucht, um derartige Zusammenhänge darzustellen, keine höhere Mathematik, es genügt, im Bewusstsein zu halten, dass eben auf dieser Erde stets 2 + 2 = 4 bleibt.

Man könnte vermuten, dass solche arithmetischen Zusammenhänge….stets so primitiv und so selbstverständlich sind….muss man leider feststellen, dass gerade diese primitiven Zusammenhänge vielfach nicht beachtet werden.

Buch nun wieder versandkostenfrei auf freie Rechnung lieferbar