2. Januar 2012

Geld, Kauf und Bezahlung

Die Worte „Geld“ bzw. „Geldmengen“ sollte man wegen Doppeldeutigkeit in volkswirtschaftlichen Betrachtungen bitte gar nicht mehr verwenden. Wie soll man denn wissen, ob der Mitdiskutant gerade zu Zahlungsmittelmengen oder Geldvermögenssummen vorträgt? Es sollten bitte die Begriffe „Geldvermögen“ und „Zahlungsmittel“ verwendet werden. Bei den Zahlungsmitteln ist es dazu wichtig, den Nutzerkreis zu definieren. Es sollte also geklärt werden, ob über Banken-Zahlungsmittel (Zentralbankguthaben) oder Nichtbanken-Zahlungsmittel (z. B. Geschäftsbankenguthaben, verbriefte Zentralbankguthaben/Bargeld) gesprochen wird.

Definition des Geldvermögens:

Zahlungsmittelbestände* + Forderungen abzgl. Verbindlichkeiten

*als Summe „umlauffähiger“ Forderungen wie Kassenbestände und Sichtguthaben, nicht zu verwechseln mit Zahlungsmittelmengen, welche die freien Kreditlinien enthalten

Definition von Zahlungsmitteln:

„Monetisierte“ Forderung – eine durch vom Nutzerkreis akzeptierte Zusatzbesicherung und sofortige Verfügbarkeit „umlauffähig“ gemachte Forderung gegen einen Wirtschafter

Diese Unterschiede sind bei der Problemanalyse sehr wichtig: Sprechen wir über eine Schuldenkrise, reden wir zuerst über ein realwirtschaftliches Geldvermögensproblem und nicht zuerst über ein Zahlungsmittelproblem.


Das Geldvermögensphänomen „Kauf“ und das Zahlungsmittelphänomen „Bezahlung“

Wenn ein Wirtschafter etwas verkauft, entsteht eine Forderung an einen Käufer.
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19. Oktober 2011

Finanzkrise und Gleichgewichtszins

Gastbeitrag von Michael Hönnig

Als Ursache der Finanzkrise werden von fehlender Bankenregulierung bis hin zum wertlosen Papiergeld viele Gründe genannt. Meine Interpretation ist da etwas weniger emotional, und eigentlich ist sie in jedem Einführungsbuch über VWL zu finden, wenn man nur einmal gedanklich die magische 0% Untergrenze für Kredit aufgibt.

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10. September 2011

Wir müssen uns neue Bilder schaffen - Global Change im ökonomischen Denken = Globalsatzdenken, die “neue kopernikanische Wende”

Wirtschaftliche Definition unterscheiden sich wesentlich nach der Betrachtungsperspektive. Wolfgang Stützel hat die dafür die Begrifflichkeiten der Partialsätze und Globalsätze geprägt.

Partialsatz
- die Betrachtung für ein einzelnes Wirtschaftssubjekt
Globalsatz - die Betrachtung für die Summe aller Wirtschaftssubjekte

Stützel gebraucht übrigens folgendes Kino-Bild

Partialsatz - eine Person kann durch Aufstehen ihre Sicht vebessern
Globalsatz - alle Personen können durch Aufstehen ihre Sicht nicht verbessern

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8. September 2011

Die Kredittilgungen und das wirtschaftliche Gleichgewicht

Ein wirtschaftliches Gleichgewicht besteht in einer Periode, wenn die Pläne für Einnahmeüberschüsse mit den Plänen für Ausgabeüberschüsse übereinstimmen.

Pläne für Ausgabeüberschüsse sind Verschuldungspläne, man plant mehr auszugeben als einzunehmen

Pläne für Einnahmeüberschüsse sind Geld-Sparpläne, man plant mehr einzunehmen als auszugeben

Dies dürfte auch den meisten Fachleuten klar sein, was aber oft vergessen wird, die Kredittilgungen sind aus Vorperioden determinierte Einnahmeüberschüsse der Kreditnehmer. Und daraus ergibt sich nun wieder die Dimension des Neuverschuldungsbedarfs. Wenn wir in Deutschland so ca. 12% des BIP private Kredittilgungen haben, ergibt dies mit ca. 8% vom BIP Plänen für Geldvermögensbildung zusammen also ca. 20% = ca. 500Mrd.€! vom BIP freiwilligen Neuschuldnerbedarf bzw. Neuverschuldungsbedarf für wirtschaftliches Gleichgewicht. Werden diese „Freiwilligen Neuschuldner“ nicht mehr gefunden, investieren die Unternehmer unfreiwillig in ihren Lagerbestand. Danach streichen Sie die Investitionen und damit ihre eigenen freiwilligen Ausgabeüberschüsse. Die Kettenreaktion der Unternachfrage kommt zusätzlich auch über nun einsetzendes Angstsparen der Nichtunternehmer (zusätzliche Einnahmeüberschüsse) in Gang.

Genau diese Vorgänge werden wir als großen Crash in den nächsten Jahre global erleben. Wenn denn nicht noch ein Wunder passiert und wir lieber neue Konzepte für eine makro-ökonomische Feinsteuerung und eine Begrenzung der privaten Einnahmeüberschüsse installieren.

 

6. September 2011

Buschis Rettungs - Aufruf an die Ökonomen dieser Welt

„Das Bedrückende an der aktuellen Krise sind nicht die Parallelen zur Lehman-Pleite. Vielmehr gibt es einen großen Unterschied: Es ist kein Retter in Sicht.“

schreibt ein Thomas Exner heute früh in „Welt-online“. Die Retter könnt jetzt nur ihr Ökonomen sein – ihr habt es bisher nicht geschafft, den Politikern die Ökonomie zu erklären, weil ihr sie an einem wichtigen Punkt selbst nicht richtig verstanden habt. Wie funktioniert genau die Sache mit dem Geld und der Wirtschaft? Die Streiterei darüber ist ja auch Kern der Trennung in Keynesianer und Monetaristen. Nur gibt es kein Geldloch wie es Keynes in Spekulationskassen vermutete, noch hat die ganze Wirtschafterei was mit der Zentralbankgeldmenge der Monetaristen zu tun.

Der Buschi hat Euch eine ökonomische Weltformel für eine Wirtschaft mit Geld geschaffen:
wirtschaftliches Gleichgewicht auf monetärer Ebene =
Geldsparpläne(Pläne für Einnahmeüberschüsse) + Kredittilgungen = solvente Neuverschuldungspläne(Pläne für Ausgabeüberschüsse) bereinigt um die Exportsalden
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28. September 2010

erst kommt der Kredit, dann das Sparen,

immer wieder wird dies in Wissenschaft, Medien und Politik mißachtet,

Kreditaufnahme ist die Zahlungsmittel-Produktion
und
Geld-Sparen und die Kredittilgung ist der Zahlungsmittel-Verbrauch.

Wird dies verwechselt, bedeutet dies, dass man völlig falsche Schlüsse aus Liquiditätsmangel in der Wirtschaft zieht. Natürlich kann ein einzelnes Wirtschaftssubjekt seine Lage durch Geld-Sparen verbessern, nur eben nicht alle zusammen. Siehe auch die Saldenmechanik zu diesen Zusammenhängen. Wenn also überall die Liquidität fehlt, gibt es entweder zuwenig “Neuschulden” oder zuviel “Neusparen” - oder beides.

Artikel zum Thema bei uns im Überfluss:
Informationen der Bundesbank zum Thema -hier
Zusammenfassung zum Geldsystem - hier

 

28. September 2010

“Marktwirtschaft”, eine alternative Gesellschaftsform für eine neue Wende?

menschliches Handeln als Phänomen menschlicher Bedürfnisse
Menschliches Handeln wird wesentlich durch die individuellen Bedürfnisse bestimmt. Dabei bestimmen sowohl angeborene Präferenzen als auch erlernte Wertvorstellungen die Definition der individuellen Bedürfnisse. Auch materiell selbstloses Handeln sollte wohl als individuelle Bedürfnisbefriedigung des Menschen verstanden werden. Die im Detail sicherlich zu Recht umstrittene Maslow-Pyramide, vermittelt einen guten Grundüberblick über die Struktur und Entwicklung menschlicher Bedürfnisse.

die Rationalitätenfalle - das Grundproblem gesellschaftlichen Zusammenlebens
Prof. Wolfgang Stützel, Autor der genialen Saldenmechanik, hat auch eine wichtige Definition für das Grundproblem menschlicher Gesellschaften geliefert - die Rationalitätenfalle - Wiki

“Mit Rationalitätenfalle bezeichnet man das Auseinanderfallen zwischen dem, was für das einzelne Individuum rational, vernünftig ist (individuelle Rationalität), und dem, was für die Gesamtheit der Individuen vernünftig ist (kollektive Rationalität). Voraussetzung für eine Rationalitätenfalle ist, dass zwischen Individuen (die Individuen können dabei Individuen, Familien, Unternehmen, Staaten sein), die nicht gemeinsam, sondern individuell handeln, Konkurrenz besteht.”

“Mit der Rationalitätenfalle verwandt ist auch die Tragik der Allmende: Demnach beuten Individuen begrenzte Ressourcen nicht nachhaltig, sondern im Sinne ihrer aktuellen Interessen aus, was auf Kosten der Allgemeinheit und der zukünftigen Nutzer geht”

Konkurrenz um knappe Güter - die planwirtschaftliche Alternative?
Eine Planwirtschaft für die Produktion und Verteilung knapper Ressourcen erlangt nur eine geringe Produktivität, auch weil die ausgelebte Konkurrenz um diese knappen Ressourcen erhebliche Produktiv-Kräfte des Menschen freisetzt. Eine Planwirtschaft verknappt also die Güter noch stärker und ist deshalb immer und überall eine Mangelwirtschaft gewesen, die neben dem schrecklichen Mangel an Freiheitsrechten auch sozial und ökologisch ohne Effizienz blieb.

Marktwirtschaft - “die unsichtbare Hand” - ein Königsweg aus der Rationalitätenfalle?
Das Grundprinzip der Marktwirtschaft, der freie Ausgleich von Angebot und Nachfrage im freien Spiel der Kräfte, erscheint als Königsweg der Steuerung gesellschaftlichen Zusammenlebens. Freiheit trifft auf Wohlstand, neidisch haben wir Ossis vor der “Wende” westwärts geschaut, Mauer und Schießbefehl mussten uns davor abhalten, der Planwirtschaft den Rücken zu kehren.

Aber warum rufen wir dann hier wieder nach einer neuen Wende?
Weil Anspruch und Wirklichkeit so radikal auseinanderfallen und sich daraus absehbar eine den Wohlstand beendende Eskalation ergibt. Ein freies Spiel der Kräfte, also eine freie Bildung von Gleichgewichtspreisen aus Angebot und Nachfrage? So ist es leider immer weniger und genau dies ist nach unserer Beobachtung das Problem, bzw. der regelrechte Problem-Berg in nahezu allen gesellschaftlichen Belangen.

heutiger Kapitalismus ist nicht Marktwirtschaft sondern “Marktstörungswirtschaft”
Geldmarkt, Arbeitsmarkt, Gütermärkte sowie Wechselkurse und Naturverbrauch, wir sehen gravierende Marktstörungen aus Mindestpreisen, Marktvermachtungen und fehlender Marktmechanismen für externe Kosten in fast allen Märkten.

Kapitalismus hat seinen Namen und Charakter vom gestörten Geldmarkt
Dies gilt insbesondere, weil die “Mutter aller Marktstörungen” im Geldmarkt schon immer vorhanden war. Deshalb ist auch die Bezeichnung Kapitalismus, Wirtschaften zuerst als Befriedigung der Bedürfnisse des Finanzsystems, die korrekte Bezeichnung des Ist-Zustands.

die Kombination von Murx mit Marx zu Mist - “kapitalsozialistische Ineffizienz”
Weiterhin folgt die Systemkonstruktion dem Muster, an den Folgen der Marktstörungen mit einem “sozialistischen Reparaturbetrieb” herumzuwerkeln. Im Global Change Film von 2009 haben wir deshalb die Bezeichnung “Kapitalsozialismus” für das bestehende System gewählt. Der Kapitalsozialismus ist die Kombination der Fehlsteuerungen aus Marktstörungen(Kapitalismus) mit den Fehlsteuerungen aus staatlicherseits gestörten Märkten(Sozialismus).

Die Rationalitätenfalle wird nur in freier Konkurrenz zur Selbstbegrenzung der Profitinteressen im Sinne der Gemeinschaft
dazu später mehr

wird die Produktivität bewusst zerstört?
Der heutige “Kaputtalismus” versucht auch sein “Überproduktivitätsproblem” wohl damit zu lösen, dass er mit Hilfe von schleichender Einführung des Sozialismus seine Produktivität wieder zerstört. Ob dies nun wirklich ein bewusster oder ein evolutionärer Prozess ist, kann ich nicht sagen. Aber es findet statt - jeder der im realen Wirtschaftsleben steht, kann es erleben.

wäre der Markt nicht ohne Eingriffe des Staates störungsfrei?
Marktmacht schafft hohe Einkommen, hohe Einkommen schaffen noch mehr Marktmacht - der Kapitalismus hat also einen natürlichen Trend zur Marktvermachtung und Monopolisierung bis hin zur Korruption und Erpressung staatlicher, offiziell demokratischer Staatsmacht. Eine missbräuchliche Auslegung von Liberalität als das freie Wirken immer stärkerer Marktmächte und Monopole, ist kausal die stärkere Zerstörung eines fairen Marktspiels. Eine allen Menschen dienende Marktwirtschaft kann nur im Gleichgewicht von individueller Macht stattfinden. Mehr Freiheit für “Marktvermachter” bedeutet Unfreiheit für die Menschen und die Zerstörung der freien Märkte. Der sogenannte Neoliberalismus war und ist deshalb vor allem Neomonopolkapitalismus.

wieder Demokratie wagen - bekennende Plutokratie ist keine Demokratie mehr
Der Staat wird heute von den Zwängen der Markstörungen, insbesondere von der Geldmarktstörung erpresst. Die “Alternativlosigkeit” mit der das aktuelle politische Handeln begründet wird, ist nur eine andere Form des Eingeständnisses der staatlichen Machtlosigkeit im heutigen System-Konstrukt. In einem demokratischen Staatswesen kann es keine “Alternativlosigkeit” geben, dieses Wort ist der Offenbarungseid der Demokratie.

(r)evolutionäre Prinzipumkehr - Staat steuert per Steuer für den Bürger
Der demokratische, von eigener Erpressung durch die Geldmarktstörungen befreite Staat, besteuert die Marktstörung/Monopole für seine Bürger - statt wie bisher die Bürger wegen und für die Marktstörungen und Monopole. Dies ist eine echte Wende zu einem ökonomisch, sozial und ökologisch effizienten System.

ein Grundeinkommen für jeden - sozial statt sozialistisch
Der Staat hat Kompetenz und Effizienz im Eintreiben der Steuern von den Marktmächten und Marktstörungen, der Bürger hat Kompetenz und Effizienz im Ausgeben seines zusätzlichen Grundeinkommens, sowie eine wachsende Kompetenz im Erzielen und Verwenden des “richtigen Einkommens” aus seinem individuellen Marktangebot.

Marktwirtschaft - ein “verbrauchter” Begriff?
Wenn wir hier für die Marktwirtschaft plädieren, verwenden wir natürlich einen Begriff, der für Sie bildlich mit der heutigen völlig gestörten Marktwirtschaft verbunden ist. Wir möchten Sie deshalb nochmals darauf hinweisen, dass wir mit “Marktwirtschaft” ein völlig neues System meinen, welches so NOCH NIE in der Geschichte praktiziert wurde. Es ist natürlich ein mühsame Sache bestehende Bilder in den Köpfen neu zu definieren.

Trick 17b - aber wer wird den nun gegen die “Marktwirtschaft” sein?
Widerstand des Establishments gegen dieses Konzept ist aber gerade deshalb so schwierig, weil wir ja “nur” die praktische Umsetzung der Marktwirtschaft fordern, zu der in der Theorie weitgehend Konsens gerade unter “Konservativen” besteht.

Marktwirtschaft, das Ende des sozialistisch gepamperten Monopolkapitalismus
Die praktische Umsetzung der tatsächlichen Marktwirtschaft wäre aber das Ende der “Alternativlosigkeiten” aus den Marktstörungen und Marktvermachtungen. Das Ende des real existierenden Monopolkapitalismus und seiner sozialistischen Legitimation.

 

27. September 2010

die verdrängte Tautologie, Schulden der Einen = Geldvermögen der Anderen

Netto Schulden der Einen = Geldvermögen der Anderen, was bedeutet dies praktisch?

Wer etwas gegen neue Schulden des Staates tun will, muss etwas gegen neue Geldvermögen der privaten Wirtschaftssubjekte tun.

Umverteilen oder Investitionsanregung auch bei Kleinrenditen
mehr prinzipielle, friedliche Optionen zu dem Thema gibt es nicht, “fertsch” -sagt der Sachse :-)

 

26. September 2010

die Unternachfrage - des Rätsels Lösung - “Buschis Theorem”

Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst, wenn Die Nachfrage auf Kredit genauso groß ist wie Geldsparen und Kredittilgungen bereinigt um das Exportsaldo.

Seit ewigen Zeiten werden sich die Ökonomen nicht einig, wie die großen Schwankungen von Angebot und Nachfrage in der realen Wirtschaft zu begreifen sind. Dies hat wohl eine einfache Ursache - sie glauben, die Banken verleihen Geld.

Während in der klassischen Theorie, eben nie Nachfrage fehlen konnte, weil ja die Banken das gesparte Geld wieder verleihen, glaubte der große Jahrhundertökonom Keynes eine Spekulationskasse entdeckt zu haben, deren Inhalt in Krisenzeiten eben nicht verliehen wird.

Siehe dazu einfach auch das Say’sche Theorem, die Grundlage angebotsorientierter Wirtschaftstheorie.

Und die ganze Streiterei der ökonomischen Theoretiker geht im Kern nun um die Frage, ob das Say’sche Theorem neben seiner tautologischen Erfüllung in einer reinen Tauschwirtschaft, auch in einer Wirtschaft mit Geld gilt oder oben nicht.

Und was ist nun davon richtig? Na nichts, die Banken verleihen kein Geld, Sie vergeben Kredit und produzieren umlauffähige Schuldtitel. Dinge kann man verleihen, aber eben das Geld nicht, WEIL GELD AUS BANKENSICHT KEIN DING ist. Das eigentlich nachfragebestimmende Geld ist heute das Geschäftsbankengeld. Und dieses ist für die Bank ein Kreditvertrag mit einer Guthaben- und einer Schuldseite, wie soll Sie so ein Konstrukt verleihen? Zuerst ist die Kreditvergabe der Bank und später können die Guthaben aus der Kreditvergabe dann von Nichtbanken blockiert = gespart werden. Es gibt keinen zeitlichen Zusammenhang zwischen Kreditvergabe und Sparen, deshalb kann es Zeiten mit monetär bedingter Übernachfrage (Inflation) und monetär bedingter Unternachfrage (Deflation) geben - welche anhand der verschiedenen Nachfragefunktion der 3 Kriterien erklärbar sind:

1. Kredittilgungen - fehlende Nachfrage (Einkommen “verschwindet” ohne Nachfrage)
2. Geld-Sparen aus allen Einkommensarten - fehlende Nachfrage (Einkommen vorerst blockiert)
3. Kauf auf Neukredit - Zusatznachfrage (Zusatzausgaben zum Einkommen der Periode dazu)

Und dann erklärt sich das große Jahrhunderträtsel der Ökonomie auf einmal. Denn eigentlich kann nie etwas fehlen, des einen Einkäufe sind des anderen Verkäufe - entstehende Salden werden einfach verliehen. Wenn man die Traumwelt der Tauschwirtschaft verlässt und in die real existierende Welt des Kreditgeldes eintaucht, dann gibt es drei IN DER ZEIT entkoppelte Dinge, welche diese Regel durchbrechen.

Deshalb gilt die folgende Formel jeweils für die Salden einer Betrachtungs - Periode:

monetär bedingte Unternachfrage besteht wenn:
Nachfrage auf Kredit < Geldsparen + Kredittilgungen

auf ein einzelnes Land betrachtet, müssen wir die Formel um die Exportsalden bereinigen:
Exportüberschüsse - Zusatzeinnahmen ohne inländische Ausgaben
Exportdefizite - Zusatzausgaben ohne inländische Einnahmen

deshalb gilt bei Betrachtung bezogen auf eine nationale Volkswirtschaft:
Unternachfrage besteht bei Liquiditätskonstanz wenn:
Nachfrage auf Kredit < Geldsparen + Kredittilgungen - Exportüberschüsse

Also hier nun nochmal “Buschis Theorem” für wirtschaftliches Gleichgewicht:
Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst, wenn Die Nachfrage auf Kredit genauso groß ist wie Geldsparen und Kredittilgungen bereinigt um das Exportsaldo.

An die mitlesenden Herren von der schwedischen Reichsbank, also nun mal her mit dem Nobelpreis. :-)

weiter zum Thema hier

 

20. September 2010

jedes Guthaben braucht auch einen Schuldner

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Sind Sie auch FÜR Guthaben und GEGEN Schulden?
Also, privat sehe ich dies auch so, aber für die Gesamtwirtschaft geht dies leider nicht, es kann kein Geldvermögenswachstum ohne Schuldenwachstum geben. Dies hat auch nichts mit einem “falschen Geldsystem” zu tun wie mancher vermutet, wir können logischerweise einfach nichts guthaben, was uns nicht jemand schuldet.

Ja, auch Ihre Riesterrente, das wachsende Sparbuch der Kinder, dies ist alles Teil des Schuldenproblems. Und ja, da gibt es ganz andere, die sparen das am Tag, was Sie im Jahr zur Seite legen. Auf alle Fälle sparen die Deutschen monetär in Summe völlig über Ihre Verhältnisse, weil Sie inländisch zu wenig privatwirtschaftlichen fremden Investitions-Bedarf für Ihre monetäre “Sparleistung” haben, die ohne Bedarf zur “Hortleistung” wird. Es müsste vielmehr in Ermanglung fremder kreditwürdiger Investoren selbst in Sachwerte investiert werden. Mehr Selbst-Investition hätte auch den Vorteil, dass eine stabile Eigenkapitalwirtschaft statt unserer unstabilen Fremdkapitalwirtschaft entstehen würde.

Das Problem ist aber tabu - der Global Change 2009 e.V. ist fast die einzige gesellschaftliche Gruppe/Bewegung, welche das enorm gefährliche Hortungsthema anspricht - siehe auch den “Quickie”. Alle anderen sehen nur die “bösen Schulden”, können in den “guten Guthaben” kein Problem erkennen - ein kollektiver Realitätsverlust im Land der “schwäbischen Hausfrauen”.

Naja, einige glauben in bestimmten Einkommensarten wie Zinsen oder Renditen ein Problem gefunden zu haben, einige wollen die Quadratur des Kreises mit einer Kritik am “Schuldgeld” wagen. Aber das Guthabenwachstum als solches zu problematisieren, da wird es doch recht einsam. Guthaben ein Problem, dass darf nicht sein, dann bin ich ja selbst Teil eines Problems - nein, dann sind doch lieber die Banken ganz alleine böse. Dass uns das Problem nahezu kollektiv nicht “gefällt”, erklärt die enormen Schwierigkeiten es zu lösen. Wenn es wirklich mal einer sagt, wird’s einfach überhört.

„99 Prozent der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als »nicht existent«.“ (der St. Galler Ökonomieprofessor Hans-Christoph Binswanger)

Für die ca. 200 Mrd. Euro , welche die deutschen privaten Wirtschaftssubjekte z.B. 2009 per Saldo gehortet haben, musste sich der Staat mit ca. 80 Mrd.€ und das Ausland mit ca. 120 Mrd.€ bei uns verschulden - siehe die Zahlen der Bundesbank

Die deutschen Staatsschulden sind dabei das kleinere Übel, das Ruinieren der ausländischen Staatshaushalte incl. dem Abschreiben der Forderungen unserer Banken aus diesen Staats-Anleihen, wird uns viel schlimmer auf die Füße fallen. Und weil wir dann die Auslandsschulden = Inlandsguthaben “retten” müssen, müssen wir im Inland noch mehr sparen und deshalb noch mehr exportieren und das Ausland verschulden.

Geht es noch irrer?

stunden_hektischer_krisendiplomatie

Sehen so gut beratene Politiker aus?

Wollen wir alles nicht hören - einfach Augen zu und durch? Nein, wir haben eine neue Situation, die “Mega-Privatschulden-Party” im Ausland hat Ihr “völlig überraschendes” Ende gefunden, Sie war nach der “Wiedervereinigungs-Schulden-Party” der Grund, warum die deutsche Wirtschaft trotz der Horterei stabil war.

Diese Mega-Schulden-Partys waren Mega-Guthaben-Partys - aber Schulden haben einen Rückzahltermin und Guthaben nicht. Dies ist der Systemfehler, aus dem sich die internationalen Konflikte der nächsten Zeit speisen werden.

Nun wird es auch keine dauerhafte Duldung der deutschen “Exportaggression” durch das Ausland mehr geben. Vor dem ersten Weltkrieg hat es übrigens mit England ähnliche Konflikte um deutschen “Zahlungsmitteldiebstahl” im englischen Wirtschaftskreislauf gegeben. Und die deutsche “Sparleistung” finanziert sich heute vor allem die Verschuldung des Staatshaushaltes der mächtigen USA - die werden uns bald was husten dafür.

Herr, lass Hirn auf deutsche Wirtschaftspolitik regnen!

Aber um Schuldzuweisungen geht es hier nicht, es geht darum, dass es möglichst jeder in diesem Land weis, dass es nach der katastrophalen chinesischen Horterei, das deutsche Geldvermögenswachstum ist, was das globale Schuldenwachstum mit erzwingt.

Es gilt folgende saldenmechanische Formel - globale Staatsschulden = Saldo der globalen privaten Geldvermögen (Privatguthaben-Privatschulden)

Weil, wenn es fast jeder weis, dann könnten wir demokratisch diskutieren, was wir aus dieser Sache machen:

- gibt es überhaupt ein Staats - Schuldenproblem oder haben wir vielmehr eine Exportüberschussproblem ?

- sind Staats - Schulden wirklich so schlecht? Sie sind doch die Geldvermögen der Bürger und eben nicht unter “Rettungsbedarf” wie die Subprime-Schulden aus unseren Exportüberschüssen?

- sollten wir also mehr Staatsschulden statt der Exportüberschüsse machen? Wie bekommen wir die Schuldenbremse aus dem Grundgesetz?

- oder intelligenter als Investitionszuschüsse - z.B. Abwrackprämien für alte Häuser?

- oder sollten die Halter richtig großer Geldvermögen eine Hortungssteuer zahlen, damit Sie auch bei kleinen Renditen investieren?

- oder sollten wir sauber marktwirtschaftlich denken und generell auch Zinsen unter Null und befristetes Bargeld haben, wenn es zuviel Guthabenwachstum = Schuldenwachstum gibt? Der Zins soll ja eine Nachfrageverzichtsprämie sein, und wenn der Bedarf an Nachfrageverzicht negativ ist, dann müssten es auch die Zinsen sein? Aber ist diese rationale und logische Lösung den Menschen emotional zuzumuten?

- oder sollten wir lieber bei Deflation lieber im Sinne von Keynes automatische Staats-Schulden machen und damit einen Zuschlag zum Grundeinkommen zahlen? Ich halte diese Idee aktuell für die emotional praktikabelste. Man sollte nur aus dem “Inflations-Keynes” einen “Nullinflations-Keynes” machen. Dies ist wohl nur möglich, indem man die Sache automatisiert, also eine Schuldenautomatik statt einer Schuldenbremse. Das Ergebnis sind nicht etwa explodierende Staats-Schulden sondern sinkende Staatsschulden. Weil wenn das System bei Nullinflation = ca.Nullsparzins stabilisiert wird - rechnen sich unendliche viele private Investitionen, weil bei einer automatischen, gesetzlichen Nullinflationspolitik die alles entscheidenden Erwartungen der Investoren stabil sind.

- würden die Deutschen “freiwillig” mehr investieren, wenn es mehr verbriefte = liquide Investitionsgüter gäbe - eine Art Wertgeld?

- würden die Deutschen “freiwillig” mehr investieren, wenn Sie wüssten, dass Ihre “Sparleistung” eigentlich ein Problem ist?

Oder, was ist Ihre Meinung zum Thema?

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Prof. Wolfgang Stützel zur logischen Herleitung der automatischen Schuld (Kaufüberschüsse) aus den Guthaben(Verkaufsüberschüsse) - hier lang

der Systemfehler - Schulden haben einen Rückzahltermin - Guthaben nicht - hier lang