Nur eines ist sicher: Wenn alle Staaten die Krise durch mehr Exporte überwinden wollen wie Deutschland, dann brauchen wir einen zweiten Planeten, der sich bei uns verschuldet. Aber das steht vorläufig noch in den Sternen.
Aufgabe 3 der Monetative: Herstellung außenwirtschaftlichen Gleichgewichts
National gilt für ein Exportüberschussland wie Deutschland:
Staatsschuldenwachstum = Wachstum der privaten Geldvermögen abzgl. Exportüberschüsse
National gilt für ein Importüberschussland wie Griechenland:
Staatsschuldenwachstum = Wachstum der privaten Geldvermögen zzgl. Importüberschüsse
Dauerhafte Exportüberschüsse sind deshalb keine gute Sache – sie haben schon einige Kriege ausgelöst. Heute wird auf uns Deutschen deswegen wohl nicht geschossen werden, vielmehr wird man uns zu einem Transfer der „überschüssigen“ Einnahmen zwingen. Spätestens an diesem Punkt sollten wir keine Zeit mehr auf Diskussionen verschwenden, wer denn nun an dieser Situation des Ungleichgewichts schuld sei. Wir haben jetzt mit der Monetative das bisher fehlende Instrument, binnenwirtschaftliches Gleichgewicht auch ohne Exportüberschüsse oder extreme Staatsschulden herzustellen. Mit Werkzeug E, der variablen Ausfuhrumsatzsteuer, können wir mit der Besteuerung von Exporten eine Einnahme schaffen, die wir direkt über Werkzeug B wieder der Stärkung der Binnennachfrage zuführen können. Read the rest of this entry »
Was in der sogenannten Schuldenkrise in den letzten Jahren alles passiert ist, erinnert mich an die Geschichte der Bürger von Schilda. Der Versuch, Staatsschulden mit grundgesetzlichen Schuldenbremsen zu bekämpfen, liegt nicht weit von dem Versuch, Licht in Säcken in ein falsch geplantes Gebäude zu tragen. Die kollektive Kritiklosigkeit dazu in allen gesellschaftlichen Gruppen und Medien bestätigt die These eines Volkes von monetären Analphabeten. Dass ein Staatshaushalt anderen Gesetzen unterliegt als ein Privathaushalt, sollte den Kindern bereits in der Grundschule beigebracht werden. Ebenso, dass Geldvermögen kein Ding aus einer Schatztruhe oder von einer Zentralbank, sondern anderer Leute Schulden sind. Mit Grundlagenwissen zu solchen eigentlich trivialen Dingen sind fatale Missverständnisse und ökonomische Katastrophen gut vermeidbar. Dazu braucht es natürlich erst einmal Lehrkräfte, die selbst wissen, was Geld ist und wie die Wirtschaft damit funktioniert.
Dieser Vorschlag möchte einen grundlegenden Lösungsansatz für die aktuellen wirtschaftlichen Probleme vermitteln. Er versteht sich als ein Beitrag zu der gesellschaftlichen Diskussion, die in dem Online-Beitrag „Wie wollen wir sparen? Ein Aufruf zur gesellschaftlichen Diskussion“ angeregt wird. Der Aufsatz ist das Ergebnis ca. 20-jährigen Recherchierens, Nachdenkens und Diskutierens zu dem Thema. Indirekt haben sehr viele Menschen als Diskussionspartner an diesen Ausführungen mitgewirkt – so viele, dass ich diese hier unmöglich alle benennen kann. Ich möchte mich aber an dieser Stelle bei allen Menschen bedanken, die diese – natürlich oft auch kontroversen – Diskussionen mit mir geführt haben. Read the rest of this entry »
David Cameron wirft Deutschland vor, dass die Handelsbilanzüberschüsse eine der Ursachen der Schuldenkrise seien. Man könne nicht dauernd die Defizite der Schuldenstaaten anprangern. Die massiven Exporte der Deutschen hätten zu den Außenhandelsdefiziten der europäischen Staaten geführt. Cameron sagte beim Treffen des World Economic Forum (WEF) in Davos: „Ja, strenge fiskalische Disziplin ist notwendig. Aber das ist ein Problem der Handelsdefizite, nicht bloß der Budgetdefizite.“
Cameron sprach damit einem Bericht der FT zufolge vor allem den britischen und US-amerikanischen Gästen in Davos aus der Seele: Diese sollen verschiedentlich geäußert haben, dass Deutschland nicht versuchen solle, die Welt davon zu überzeugen, mehr „deutsch“ zu werden. Im Gegenzug müssten dann nämlich die Deutschen „weniger deutsch“ werden – indem sie mehr importieren und ihre Außenhandelsüberschüsse reduzieren.
… ist genauso schlimm wie vom organisierten Verbrechen regiert zu werden.“ Sarah lässt es wieder krachen, Nix Marx – US-Präsidenten – US-Spekulanten als Zitatgeber – hihi …
Was ist mit den angesprochenen Spenden von den Banken und für die Banken?
Könnte nicht da von den Medien mal „nachgewulfft“ werden?
Beim Sozialforum vor Globalisierungskritikern in Porto Alegre stößt Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ins gleiche Horn. Rousseff warnt die Regierungen in Europa eindringlich davor, zur Bewältigung der Krise auf bereits „gescheiterte Rezepte“ zu setzen. In den 1980er und 1990er Jahren seien die Länder Lateinamerikas in ein konservatives Modell getrieben worden, das in Brasilien zu Stagnation, mehr Armut, Arbeitslosigkeit und sozialer Ausgrenzung geführt hätten. „Heute werden diese gescheiterten Rezepte in Europa vorgeschlagen“, sagte Rousseff.
Ein wirtschaftliches Gleichgewicht besteht in einer Periode, wenn die Pläne, Geldvermögen aufzubauen, mit den Plänen, Geldvermögen abzubauen, übereinstimmen.
Dies dürfte auch den meisten Fachleuten klar sein. Was aber oft vergessen wird: Kredittilgungen sind aus Vorperioden festgelegter Geldvermögensaufbau der Kreditnehmer. Und daraus ergibt sich nun wieder die Dimension des Neuverschuldungsbedarfs.
Bedarf an freiwilliger Neuverschuldung für wirtschaftliches Gleichgewicht = Geldsparpläne + private Kredittilgungen