2. August 2010
von Robert Pawelke-Klaer - www.marktlehre.de
Der Wunsch nach Einführung eines „Bedingungslosen Grundeinkommens“ löst immer
wieder Unbehagen aus. Viele Menschen können einer solchen Forderung weder bedingungslos
folgen, noch können sie diese Forderung guten Gewissens ablehnen. Man scheint
zwischen zwei Stühlen zu sitzen. Wie kommt es dazu? Die Ursache hierfür liegt in der Forderung
selber, die sich als ein neues Lebensprinzip und nicht als eine bloße Forderung versteht,
die sich gegen die kapitalistischen Missstände richtet, auch wenn diese Missstände der
Anlass für das Entstehen dieser Forderung sind. Gemessen an den Missständen, ist die Forderung „berechtigt“. Gemessen am Leben, ist die Forderung von zweifelhafter Natur. Diese
beiden Dinge, die sich in dieser Forderung überschneiden, sollen hier voneinander unterschieden
werden.
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28. Juni 2010
Michael Hönnig
Die neoklassische Theorie der Volkswirtschaftslehre geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt wie der Gütermarkt funktioniert und es insbesondere immer genau einen Gleichgewichtszustand gibt. Schon Keynes führte zwar die Nominallohnstarrheit ein, was nach heutiger Interpretation zu Verzögerungen bei der Marktgleichgewichtsfindung führt, und zeigte auf, dass bedingt durch unser Geldsystem eine strukturelle Arbeitslosigkeit entsteht, behielt aber den wesentlichen Zusammenhang zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage bei. Dieser Artikel zeigt, dass das Vorhandensein eines Gleichgewichtszustands aber abhängig vom Sozialsystem ist und dabei ein bedingungsloses Grundeinkommen den Arbeitsmarkt dem neoklassischen Markt am nächsten bringt.
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15. Mai 2010
Von Erika Reglin-Hormann - nach einem ersten realen Zusammentreffen in Hamburg mit Jörg Buschbeck und Michael Hönnig.
Wie der Finanzkollaps gestoppt werden kann
Seit etwa dreißig Stunden (nicht eingerechnet die Wochen und Monate zuvor, in denen das Thema immer mal wieder den sorgenvollen Geist beschäftigte) quäle ich mich nun mit der Finanzkrise herum und habe - schon ein wenig besessen - zahlreiche Quellen und Veröffentlichungen im Internet studiert. Jetzt, nach dieser intensiven Lesekur, raucht mir der Kopf, aber dennoch bin ich um einiges klarer darin. Das Wichtigste ist, dass ich folgendes Gefühl habe: Nein, ich bin nicht ohnmächtig angesichts einer globalen Finanzkrise. Ich kann etwas tun. Doch noch etwas anderes vorweg:
Gestern am frühen Abend traf ich mich mit dem Gründer dieses Portals erstmalig von Angesicht zu Angesicht, nachdem ich ihm vor einiger Zeit angeboten hatte, hier im Forum “Grundeinkommen” meine Beiträge zu veröffentlichen. Auf meinem eigenen Blog geht es vornehmlich um das Grundeinkommen - die immer intensivere Beschäftigung mit der Thematik führt aber auch zwangsläufig dazu, dass man sich irgendwann mit dem Geldsystem auseinandersetzt.
Mittlerweile bin ich zu der Ansicht gelangt, dass ein Grundeinkommen allein nicht die Probleme lösen wird, die wir gegenwärtig haben. Aber gemeinsam mit anderen sinnvollen Maßnahmen erschaffen wir höchst wunderbare, außerordentlich starke und sehr sinnvolle Instrumente, um sowohl das Geldsystem zu evolutionieren als auch die Kehrtwende in den sozialen Bereichen unseres Lebens zu erreichen; hin zu mehr Kooperation und dem Auffrischen uns allen bekannter und intuitiv verstandener Wertvorstellungen. Read the rest of this entry »
Tags: Balance, Belastbarkeit, Bernard Lietaer, Chiemgauer, Dr. Robert Ulanowic, Dr. Sally Goernerz, Effizienz, Janosch, Kapital, Margrit Kennedy, Naturgesetze, Ökosystem, Regiogeld, Regionalgeld, Regionalwährung, Schnuddel, Wachstumswahnsinn, Wachstumszwang, WIR Schweiz
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29. April 2010
Von Erika Reglin-Hormann
Das „Philosophische Quartett“ aus Berlin über das Grundeinkommen
Zunächst sollte das Grundeinkommen unter dem Freiheitsbegriff diskutiert werden und Herr Matthias Möhring Hesse, der an der Uni Vechta philsophische und theologische Grundlagen des sozialen Handelns unterrichtet, sagte hierzu ein paar kluge Dinge.
Wie, dass der Freiheitsbegriff als Handlungsfreiheit verstanden werden könne und diese Art der Handlungsfreiheit bedingt, dass die Gesellschaft dafür einige Voraussetzungen erfüllen müsse. Äußere Bedingung von Handlungsfreiheit sei, etwas zu wollen und das dann auch zu tun. „Wir müssen diese Handlungsfreiheit anderen zusprechen, wir sind nicht alleine frei, die Freiheit beruht auf der Vorleistung von anderen.“ Freiheit sei nicht „solitär“, also immer nur in der Verbindung mit anderen möglich. Freiheit müsse zudem eine Gleichheitsdimension haben (Egalität) – „als Freie sind wir alle gleich und als Gleiche sind wir frei.“
Um auszuführen, dass alleine frei sein, keinen Sinn macht, zog er ein Beispiel aus der Literatur heran. „Robinson Crusoe ist nicht frei, sondern einsam. Erst mit dem Auftauchen von Freitag ist er auch frei.“ Freiheit bedeute deshalb nicht nur die Gleichheit aller Freien, sondern die Zugehörigkeit zu den Freien sowie der wechselseitigen Gewährleistung von Freiheit. Diese drei Bedingungen von Freiheit beschreibt er mit den Attributen „nicht solitär, „egalitär“ und „inklusiv“.
Götz Werner, ebenfalls als Redner geladen, drückt es noch einfacher aus, indem er sagt, „Freiheit ist die Befähigung, nein zu sagen.“
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Tags: ALG I, Arbeitsagenturen, Egalität, Freiheit, Freiheitsbegriff, Freiheitsdefinition, Gleichheit, Hartz IV, Inklusion, Job-Center, Sanktion, Vollbeschäftigung, Wechselseitigkeit
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12. April 2010
von Erika Reglin-Hormann
Um aufzugreifen, das im Zusammenhang mit der Idee des BGE diese als gedankliche Theorie bzw. Annahme betitelt werden kann, die nicht den Anspruch auf wissenschaftliche Nachweisbarkeit liefert, im Besonderen aufgrund der angenommenen oder auf Wunschdenken basierenden pro Argumente, lässt sich Folgendes sagen:
Man kann die Befürworter als ideologisch, religiös, fanatisch, egozentrisch und sonstwie begreifen – zum Teil sind sie es auch. Es bleibt dann immer noch die Frage, ob die so unterschiedlichen Annahmen, die genauso gut aus vernünftigen, vorausschauenden, umsichtigen oder humanistischen Gründen angeführt werden, auch die entsprechende Wirkung hätten, die von den Zweiflern der Grundeinkommensidee geäußert werden. Um die Balance herzustellen, könnte man aufseiten der Kritiker ein eben solches Fass aufmachen und ihnen Attribute wie lösungsfremd, sicherheitsdenkend, risikogehemmt, ängstlich, emotionslos, wissenschaftsgläubig zuschreiben. Häufig, wenn es nichts mehr zu argumentieren gibt, die einen den guten Glauben der anderen nicht aushalten und umgekehrt, zieht man das vermeintliche As aus dem Ärmel und beruft sich auf die rein logische, planvolle und sachlich fundierte Argumentationsschiene. Auf beiden Seiten.
Dass der Mensch, der kein logisches Wesen ist, sich entgegen jeder Logik und jeder Vorhersagbarkeit verhält, ist auch richtig.
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Tags: Annahmen, Befürchtungen, Beweisbarkeit, Gefahr, Logik, Theorie
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6. April 2010
Von Erika Reglin-Hormann
Warum polarisiert das Grundeinkommen?
Warum haben so viele Menschen eine spontan positive Idee davon und warum haben genauso viele eine Aversion? Die einen sehen darin vollkommen neue Möglichkeiten und Chancen. Die anderen fragen, ob der Mensch etwa in Abhängigkeit bleiben will. Eines der Argumente gegen ein BGE lautet, dass wir uns in eine neue Abhängigkeit begeben würden, wenn jeder ein Grundeinkommen als selbstverständlich und anspruchsberechtigt betrachtete.
Gehen wir der Sache etwas nach. Was ist damit gemeint? Wem gegenüber machte man sich abhängig? Bedingt eine Abhängigkeit nicht eine Schuldigkeit? Wem etwas gegeben wird, der schuldet etwas. Ist das eine allgemein anerkannte Wahrheit? Rührt daher der Spruch “nichts ist umsonst”? Gebiert Schenken Misstrauen? Und ist das BGE eine Schenkung? Wenn man es so verstünde, gäbe es widerum mehrere Möglichkeiten, zu reagieren. Entweder nehme ich das Geschenk dankend an, freue mich und mache damit, was mir sinnvoll scheint. Genauso gut kann ich misstrauisch werden und darüber spekulieren, was der Schenkende denn von mir im Gegenzug verlangt. Im Falle des Grundeinkommens fehlte mir jedoch die natürliche Person, hier wäre es also die Gesellschaft.
Achtung: Sozial-Polizei!
Was ist mit sozialen Kontrollmechanismen?
In der Schweiz hat man eine interessante Entdeckung im Zusammenhang mit der politischen Wahlbeteiligung gemacht.
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Tags: Beobachtung, Bürgerpolizei, Klage, Schaden, Schweiz, Sozialkontrolle, Versicherung, Wahlverhalten
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31. März 2010
Von Erika Reglin-Hormann
In der BGE-Debatte gibt es zwei Hauptschauplätze. Erstens: wie soll es bezahlt werden? Zweitens: Wer wird dann überhaupt noch arbeiten wollen? Darüber wird sich heiß diskutiert. Menschen, die für ein BGE sind, versuchen, Aufklärungsarbeit zu betreiben. Auch im Internet. Und so kämpft man um das gute Menschenbild. Und will erklären, dass ein BGE entgegen aller Unkenrufe zu finanzieren ist. Was macht das Ganze so aufreibend?
Wo immer ein BGE diskutiert wird, kann man etwas beobachten: je mehr sich dagegen ausgesprochen wird, umso mehr ist festzustellen, dass sich die BGE-Wehrhaften zu allererst als Opfer empfinden. Read the rest of this entry »
Tags: Desinformation, Fragensteller, Information, Klassengesellschaft, Menschenbild, Opfer, Therapie
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15. März 2010
von Erika Reglin-Hormann
Zwei bis drei Jahrzehnte im Job – was sagen solche Leute zum Grundeinkommen?
Eine sehr subjektive Erfahrung kann man dort machen, wo Künstler, Dozenten, Berater oder sonstwie relativ bescheidenem Erwerb Nachgehende auf Artgenossen treffen, die ebenfalls selbstständig sind.
Während der Kunstmaler oder wenig bekannte Schriftsteller – allein schon historisch – daran gewöhnt ist, mit seiner Art der Arbeit nicht unbedingt finanzielle Riesensprünge machen zu können, müssen sich beispielsweise Ärzte mit eigener Praxis erst noch an den Gedanken gewöhnen, dass ihr Berufsstand kein Garant mehr für bedingungslosen Wohlstand ist. Mancher ist seit zwanzig oder dreißig Jahren im Geschäft und muss seiner Einkommenskurve beim stetigen Herabsinken zuschauen. Schwer, das hinzunehmen und das Beste aus der Situation zu machen. Noch schwerer, andere aus der Verantwortung zu entlassen.
Wenig zufrieden scheint es zu machen, wenn man neben der Berufsausübung beispielsweise noch über eine Immobilie verfügt, in der man entweder selbst residiert oder andere wohnen lässt und somit die Verpflichtung eines Vermieters auf sich nimmt. Glücklich scheint man auch nicht mit der Tatsache zu sein, dass man die wichtigsten Fernreisen bereits unternommen, einen halbwegs vernünftigen Personenkraftwagen in der hauseigenen Garage oder zumindest auf dem Parkstreifen stehen hat, die Kinder – soweit vorhanden – in vernünftige Schulen schicken und sich eine wöchentliche Putzkraft leisten kann. Man nutzt zwar guten Gewissens schön ausgebaute Straßen, wo man den Zweitwagen bei Sonnenschein mit heruntergelassenem Verdeck spazieren fahren kann und pflegt die Beziehungen, indem man Sonntags zum Grillen in den Garten seines Stadthauses einlädt. Doch mit Schöntaten und guten Reden muss man trotzdem nicht unbedingt Aufmerksamkeit erregen.
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Tags: 8oer, Generation Golf, Generation Praktikum, Generation X, gute Zeiten, nachdenken, Reden lassen, Umdenken, Urlaub, Wohlstand, Zweitwagen
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11. März 2010
von Erika Reglin-Hormann
“Trotz Schmarotzern brauchen wir das Bürgergeld“: Ein Kommentar von Thomas Straubhaar (Hamburger Weltwirtschaftsinstitut) in Welt online zu lesen.
Hier zitiert er zunächst die Parteien: “Es findet sich im gemeinsamen Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP vom 26.10.2009 die Absichtserklärung: Die Koalition nimmt sich vor, die vielfältigen und kaum noch überschaubaren steuerfinanzierten Sozialleistungen darauf hin zu überprüfen, ob und in welchem Umfang eine Zusammenfassung möglich ist. In diese Prüfung wird auch das Konzept eines bedarfsorientierten Bürgergeldes einbezogen.”
Und weiter: “Das Bürgergeld sorgt für ein Mindesteinkommen, das Beschäftigung fördert und Arbeitseinkommen nicht benachteiligt.”
Aus Sicht der Grundeinkommensbefürworter sind Herrn Straubhaars Argumente in Bezug auf die Bedingungslosigkeit mehr als richtig. In der Frage jedoch, welches Finanzierungsmodell geeignet erscheint, scheiden sich die Geister. Das “solidarische Bürgergeld” ist nicht der Weisheit letzter Schluss.
Die BGE-Modelle unterscheiden sich grundlegend in zwei Varianten:
- Finanzierung durch Besteuerung von Einkommen
- Finanzierung durch Besteuerung von Konsumgütern
Eine dritte Variante – möglicherweise als ergänzende Finanzierung – wäre beispielsweise die Besteuerung von Finanztransaktionsgeschäften.
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Tags: Asien, Autos, Besteuerung, China, Finanzierung, Globalisierung, Indien, Konsum, Unternehmen
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6. März 2010
von Erika Reglin-Hormann
Es wird sich bald im Museum bestaunen lassen. Von einer modernen Zivilisation, die sich bestätigt, dass die Politik des auslaufenden 20. Jahrhunderts ihrem eigenen Fortschritt hinterherlief.
Das Normalarbeitsverhältnis ist defakto nicht mehr haltbar – es ist heute schon Fiktion. Sowohl in der Ökonomie als auch in einer Gesellschaft, die sich derartig drastisch gewandelt hat und deren Bedürfnisse – aufgrund eines sich verändernden Arbeitsmarktes – komplett andere sind als noch in den 70er oder 80er Jahren. Das institutionelle Gefüge der Regulierung des Erwerbssystems – also das heutigen Sozial- und Steuersystem – versucht Normalarbeitsverhältnisse mit heißblütigen öffentlichen Debatten zu konstruieren, während doch bereits längst klar ist: Dies ist keine Normalität mehr, sondern das nicht Loslassenwollen einer Vergangenheit.
Warum sollen wir zu einem solchen Normalarbeitsverhältnis also zurückkehren wollen sollen, wie es in der Bundespolitik so vehement vertreten wird? Der einzige Schluss, den man jetzt noch zulassen kann, ist: das Parlament scheint eine visionsresistente Stätte zu sein. Die Bundespolitiker fürchten um ihre Daseins-Berechtigung. Es ist irritierend.
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Tags: Zukunft
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