25. September 2010

mit Außerirdischen die Staatsverschuldung stoppen?

Die globale Staatsverschuldung (staatliche Ausgabenüberschüsse) sind das exakte Spiegelbild der privaten Einnahmeüberschüsse (Saldo privater Guthabenaufbau) - siehe Saldenmechanik.

Was passiert, wenn der Staat einfach auch weniger ausgibt als er einnimmt?

Wenn die globalen Staaten und die globalen privaten Wirtschaftssubjekte gleichzeitig Einnahmeüberschüsse erzielen wöllten, dann ist dies nur mit Außerirdischen möglich. Bis zur Handelsaufnahme mit den Aliens, würde die gleichzeitige Geld-Sparneigung von Staat und Privat
aufgrund Ihrer sachlichen Unmöglichkeit eine Kettenreaktion des wirtschaftlichen Zusammenbruchs auslösen.

Staatsverschuldung ist ohne kosmische Exportüberschüsse = Verschuldung der Aliens also nur zu stoppen, wenn man die privaten Einnahmeüberschüsse auf der Erde stoppt - mehr zum Thema und Lösungsansätzen

 

22. September 2010

»Manchmal frage ich mich, warum ich so anders denke« - Stützel Schüler erzählen

»Manchmal frage ich mich, warum ich so anders denke«, sagt Bofinger heute, »und dann muss ich an Stützel denken.« Der mittlerweile verstorbene Professor Wolfgang Stützel wurde sein Ziehvater an der Universität in Saarbrücken. Stützel war überzeugter Vertreter der Lehre von John Maynard Keynes. Jenes oft zitierten britischen Ökonomen, der in den dreißiger Jahren erstmals die These verbreitete, dass die Nachfrage das Angebot bestimme und nicht umgekehrt.

hier der ganze Artikel zu Prof. Bofinger

aber Stützel = Keynesianer - da fragen wir mal seinen Schüler O.Issing

Für mich persönlich gibt es noch einen zweiten Grund zur Freude, heute hier bei der Preisverleihung der Hayek-Stiftung vor Ihnen stehen zu dürfen. Ich bin ein Stückchen stolz darauf, ein Schüler von Professor Wolfgang Stützel zu sein, der bei Walter Eucken studiert hat, dem Begründer der Freiburger Schule und Wegbereiter Hayeks. Stützel hat mich in seinen Vorlesungen über Ordnungspolitik, über die langfristige Wirkung wirtschaftspolitischer Instrumente, mit der Einbeziehung der Rechtswissenschaften in die Wirtschaftswissenschaften immer wieder begeistert. Heute kommt die Ordnungspolitik an den rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten viel zu kurz. So dürfen wir uns nicht wundern, dass Politik und Wirtschaft oft als kurzfristiger Aktionismus wahrgenommen werden. Stützel ging es um den großen Rahmen; er kam von der Mikro- zur Makroökonomie, nicht umgekehrt; Zählen, Messen, Wiegen waren seine Ausgangsbasis. Hinzu kam das Faszinosum des Verbalen, richtige Grundsätze müssen eben auch lebendig und faszinierend vermittelt werden. Stützel zitierte Hayek oft, unter anderem den Beleg, dass sozial gut gemeinte Eingriffe in die Marktwirtschaft am Ende oft ungemein unsoziale Resultate hervorbrachten. Und er verwies gern auf Hayeks Kritik an sogenannten „Wiesel-Wörtern“, womit er den oft missbräuchlichen Gebrauch von „Gerechtigkeit“ oder „sozial“ meinte, wichtige Anliegen, für die es aber keine eindeutige Festlegung gibt, so dass oft Täuschung, Missbrauch oder Illusionen mit dem Einsatz solcher Begriffe einhergehen.

hier die Rede von Prof. Issing

also war Stützel wohl doch eher, wie hier von Bofinger beschrieben, ein Selberdenker ohne ökonomische Glaubenskonfession - in der Saldenmechanik geht es um WARUM fragen, und eben nicht um WER’s - deshalb steh ich so auf Stützel

 

22. September 2010

Die gelbe und die schwarz/rot/goldene Gefahr - US macht Stress

Damit war zu rechnen - die USA entdecken, wer das Geld und die Arbeit wegnimmt, wie schrieb ich hier erst gestern:

“Exportaggression wird nicht länger toleriert - Sie werden uns was husten

Die Deutschen sind nächsten, da wird die “schwäbische Hausfrau” bald zum Rapport müssen.

Und das Hortungs..äh Handelsblatt ist natürlich auf Seiten der Horternation.

Update - ich fress einen Besen, wenn dies jetzt kein Dauerthema wird
Peking verbittet sich jede Einmischung
Die chinesische Öffentlichkeit reagiert empört, aber auch ein wenig verwundert auf Versuche der USA, Druck auf die eigene Regierung auszuüben. Volk und Regierung sind sich in ihrer klaren Ablehnung der US-Forderungen einig. Warum

 

21. September 2010

Marktwirtschaft geht auch als Kreislaufwirtschaft und ohne Wachstumszwang

Eine freie Marktwirtschaft braucht Unternehmer, welche gegen Gewinnaussichten das Risiko der notwendigen Vorfinanzierung der Angebotserstellung eingehen. Ansonsten muss man eine staatliche Planwirtschaft machen, wobei der Staat das Angebot an Produkten und Leistungen plant und vorfinanziert.

Beispiel zur Marktwirtschaft:
Unternehmer kauft eine Maschine und muss über 10 Jahre Abschreibungszeit versuchen, die Vorfinanzierung über die verkauften Produkte wieder einzuspielen. Das Risiko der Verschuldung und den Einsatz von Eigenkapital wird der Unternehmer also nur eingehen, wenn er einen
Gewinn, also eine Risikoprämie bekommt. Eventuelle Fremdkapitalgeber riskieren auch Verluste und kalkulieren diese in den Kreditzins ein.

Allein aus diesen Überlegungen “fehlender Zinsen und Renditen” leiten einige Ökonomen den kausalen (Schulden)Wachstumszwang der Wirtschaft her. Dies ist aber eine unzulässige Problemverschlingung, wie uns Prof. Dr. Johannes Schmidt. in diesem Vortrag erklärt Es werden zwei Dinge vermengt, die eben nicht kausal zusammengehören:
1. Gewinn/Zins als Einkommensart und
2. Ausweitung der Guthaben/Schulden als Art der Einkommensverwendung.

Vielmehr könnte man den Gewinn auch in Sachwerten realisieren und es könnten sogar bestehende Sachwerte sein, die bei sinkendem Kapitalisierungszinssatz in der Ertragswertberechnung im Wert steigen. Es ist also möglich eine Marktwirtschaft völlig ohne Wachstumszwang zu betreiben, wenn ein funktionierender Geldmarkt in jedem Fall für die Investition von Gewinnen und gesparten sonstigen Einkommen sorgt. Der Wachstumszwang heute ist also nur eine Manifestation des gestörten Geldmarktes. Ein Wachstumszwang, der insbesondere die heutige System-Kernschmelze bei einer Deflation verhindern soll und also mit einem funktionierenden Geldmarkt nicht länger besteht.

Auch die “Wegwerfgesellschaft” ist ein reines Phänomen gestörter Märkte, den eigentlichen Wert von Ressourcen geht einfach deshalb nicht in die Preisbildung ein, weil künftige Generationen nicht mitbieten können und externe Kosten von Umweltverbrauch nicht enthalten sind. Würde der Preis der Ressourcen Ihren eigentlichen Wert abbilden, wäre wohl keine Wirtschaftsform besser geeignet eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, als eine freie Marktwirtschaft.

Königsweg = Lenkungssteuern auf Ressourcenverbrauch und Rückgabe/Akzeptanz über ein Grundeinkommen für jedermann.

Wenn sich cradle to cradle rechnet - werden wir cradle to cradle haben - link zu Prof. Braungart

 

21. September 2010

eine neue Studentenbewegung braucht das Land,

Wer zweimal mit der Tauschwirtschaft pennt, gehört schon zum Establishment. Schluss - aus - Mickey - Maus - Ökonomie, auf die Barrikaden Ihr Wirtschaftsstudenten - es geht um unsere Zukunft, es geht um den Weltfrieden. Lasst Euch nicht länger diesen realitätsfremden Unfug lehren, die Kaiser der Ökonomie sind splitterfasernackt, steht auf und sagt es Ihnen.

“gefüllte Munitionskisten” findet Ihr auf dieser Seite und diskutiert bitte Eure Fragen mit uns.

von Kleinunternehmern und “Kleinökonomen”
Kleinunternehmer dürfen für Ihre Gewinnermittlung eine Einnahmen/Ausgaben Überschussrechnung machen. Dies ist eine buchhalterische Erleichterung, welche die tatsächlichen Verhältnisse in einem Unternehmen aber nur unvollständig abbildet.

Das ökonomische “Klein-Klein-Denken” in Wissenschaft, Medien und Politik findet aber auch exakt in der Begrenztheit des Überschussdenkens statt.

Die Evolution des ökonomischen Denkens - so wie die wachsenden Kleinunternehmen irgendwann zum Bilanzieren übergehen müssen - so sollten die “Kleinökonomen” nun auch mal eine Weiter-Entwicklung hin zum “bilanzierenden Denken” machen.

Wilhelm Lautenbach, der Lehrer Stützels - im Vorwort der Saldenmechanik der erste Lehrsatz:
“Bist Du Volkswirt, so beachte stets des anderen Gegenbuchung”

kalter Kaffee? Und wie ist es dann möglich, dass eine “Schuldenbremse” ohne eine zugehörige “Guthabenbremse” den Weg ins deutsche Grundgesetz findet? Wie ist es möglich, dass wir mit dauerhaften Exportsalden unsere EU-Partner überschulden und nun von deren Überschuldung völlig überrascht sind? Warum stehen deutschen Ökonomen nicht auf und beklagen den kollektiven Wahn?

Wir brauchen bilanzielles ökonomisches Denken in der öffentlichen Diskussion, oder wollt Ihr auch von Wirtschafts-Praktikern künftig so verspottet werden?
WARUM verstehen so viele Ökonomen so wenig von der Wirtschaft?
1.weil den meisten Ökonomen leider nicht bewusst ist WAS Geld ist
2.weil den meisten Ökonomen leider nicht bewusst ist WIE gewirtschaftet wird
3.weil die meisten Ökonomen leider extreme Marktstörungen “übersehen”

 

21. September 2010

Wirtschaften ist nicht Tauschen

Also, es gibt eine Warenmenge und eine Geldmenge, beides ist mal eben einfach so vorhanden, und dann tauschen wir die vorhandene Ware über das Zwischentauschmittel Geld fröhlich hin und her. Und wenn die “in Umlauf gebrachte” Geldmenge im Verhältnis zur Warenmenge zu groß wird, dann gibt es Inflation.

Auf solchen und ähnlichen Niveau wird heute noch ökonomisches Wissen vermittelt - aber wie ist es wirklich?

Weder Ware noch Geld ist “einfach so” vorhanden, vielmehr beginnt die Geschichte des Wirtschaftens mit der Vorfinanzierung der Produktion und der Einkommen. Das Geld ist also auch kein “in Umlauf gebrachtes Tauschmittel”, sondern ein Produkt dieser notwendigen Vorfinanzierung der wirtschaftlichen Angebotserstellung.

Auch wenn ich nicht alle Schlüsse teile, so hat Dr. Paul.C.Martin als der Vater des Debitismus, hier eine sehr gute Abrechnung mit dem “Tauschunfug” und “Nettogeld” abgeliefert.

Darauf baut dann auch meine etwas konstruktivere Relativitätstheorie des Gewinns auf.

 

21. September 2010

ohne Stützels Saldenmechanik läuft nichts,

so wie kein Elektriker Durchblick hat, ohne zu wissen, wie der Strom fließt,
und kein Klempner Durchblick hat, ohne zu wissen, wie das Wasser fließt,
so kann kein Ökonom Durchblick haben, der nicht weis, wie das Geld fließt.

Stützels Saldenmechanik, die z.B. von Statistischem Bundesamt in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung verwendet wird um die wirtschaftliche Realität abzubilden, erklärt was die Ökonomen heute durch falsche Grund-Modelle von Tauschwirtschaft mit Geldmengen nicht verstehen, den Zusammenhang von Wirtschaft und Ihren “umlauffähigen Salden”, also dem Geld. Siehe dazu auch die Selbsterkenntnisse der Zunft auf der Frühjahrstagung in Atlanta.
hier Prof.Dr. Johannes Schmidt dazu in wissenschaftlicherem Text

 

20. September 2010

jedes Guthaben braucht auch einen Schuldner

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Sind Sie auch FÜR Guthaben und GEGEN Schulden?
Also, privat sehe ich dies auch so, aber für die Gesamtwirtschaft geht dies leider nicht, es kann kein Geldvermögenswachstum ohne Schuldenwachstum geben. Dies hat auch nichts mit einem “falschen Geldsystem” zu tun wie mancher vermutet, wir können logischerweise einfach nichts guthaben, was uns nicht jemand schuldet.

Ja, auch Ihre Riesterrente, das wachsende Sparbuch der Kinder, dies ist alles Teil des Schuldenproblems. Und ja, da gibt es ganz andere, die sparen das am Tag, was Sie im Jahr zur Seite legen. Auf alle Fälle sparen die Deutschen monetär in Summe völlig über Ihre Verhältnisse, weil Sie inländisch zu wenig privatwirtschaftlichen fremden Investitions-Bedarf für Ihre monetäre “Sparleistung” haben, die ohne Bedarf zur “Hortleistung” wird. Es müsste vielmehr in Ermanglung fremder kreditwürdiger Investoren selbst in Sachwerte investiert werden. Mehr Selbst-Investition hätte auch den Vorteil, dass eine stabile Eigenkapitalwirtschaft statt unserer unstabilen Fremdkapitalwirtschaft entstehen würde.

Das Problem ist aber tabu - der Global Change 2009 e.V. ist fast die einzige gesellschaftliche Gruppe/Bewegung, welche das enorm gefährliche Hortungsthema anspricht - siehe auch den “Quickie”. Alle anderen sehen nur die “bösen Schulden”, können in den “guten Guthaben” kein Problem erkennen - ein kollektiver Realitätsverlust im Land der “schwäbischen Hausfrauen”.

Naja, einige glauben in bestimmten Einkommensarten wie Zinsen oder Renditen ein Problem gefunden zu haben, einige wollen die Quadratur des Kreises mit einer Kritik am “Schuldgeld” wagen. Aber das Guthabenwachstum als solches zu problematisieren, da wird es doch recht einsam. Guthaben ein Problem, dass darf nicht sein, dann bin ich ja selbst Teil eines Problems - nein, dann sind doch lieber die Banken ganz alleine böse. Dass uns das Problem nahezu kollektiv nicht “gefällt”, erklärt die enormen Schwierigkeiten es zu lösen. Wenn es wirklich mal einer sagt, wird’s einfach überhört.

„99 Prozent der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als »nicht existent«.“ (der St. Galler Ökonomieprofessor Hans-Christoph Binswanger)

Für die ca. 200 Mrd. Euro , welche die deutschen privaten Wirtschaftssubjekte z.B. 2009 per Saldo gehortet haben, musste sich der Staat mit ca. 80 Mrd.€ und das Ausland mit ca. 120 Mrd.€ bei uns verschulden - siehe die Zahlen der Bundesbank

Die deutschen Staatsschulden sind dabei das kleinere Übel, das Ruinieren der ausländischen Staatshaushalte incl. dem Abschreiben der Forderungen unserer Banken aus diesen Staats-Anleihen, wird uns viel schlimmer auf die Füße fallen. Und weil wir dann die Auslandsschulden = Inlandsguthaben “retten” müssen, müssen wir im Inland noch mehr sparen und deshalb noch mehr exportieren und das Ausland verschulden.

Geht es noch irrer?

stunden_hektischer_krisendiplomatie

Sehen so gut beratene Politiker aus?

Wollen wir alles nicht hören - einfach Augen zu und durch? Nein, wir haben eine neue Situation, die “Mega-Privatschulden-Party” im Ausland hat Ihr “völlig überraschendes” Ende gefunden, Sie war nach der “Wiedervereinigungs-Schulden-Party” der Grund, warum die deutsche Wirtschaft trotz der Horterei stabil war.

Diese Mega-Schulden-Partys waren Mega-Guthaben-Partys - aber Schulden haben einen Rückzahltermin und Guthaben nicht. Dies ist der Systemfehler, aus dem sich die internationalen Konflikte der nächsten Zeit speisen werden.

Nun wird es auch keine dauerhafte Duldung der deutschen “Exportaggression” durch das Ausland mehr geben. Vor dem ersten Weltkrieg hat es übrigens mit England ähnliche Konflikte um deutschen “Zahlungsmitteldiebstahl” im englischen Wirtschaftskreislauf gegeben. Und die deutsche “Sparleistung” finanziert sich heute vor allem die Verschuldung des Staatshaushaltes der mächtigen USA - die werden uns bald was husten dafür.

Herr, lass Hirn auf deutsche Wirtschaftspolitik regnen!

Aber um Schuldzuweisungen geht es hier nicht, es geht darum, dass es möglichst jeder in diesem Land weis, dass es nach der katastrophalen chinesischen Horterei, das deutsche Geldvermögenswachstum ist, was das globale Schuldenwachstum mit erzwingt.

Es gilt folgende saldenmechanische Formel - globale Staatsschulden = Saldo der globalen privaten Geldvermögen (Privatguthaben-Privatschulden)

Weil, wenn es fast jeder weis, dann könnten wir demokratisch diskutieren, was wir aus dieser Sache machen:

- gibt es überhaupt ein Staats - Schuldenproblem oder haben wir vielmehr eine Exportüberschussproblem ?

- sind Staats - Schulden wirklich so schlecht? Sie sind doch die Geldvermögen der Bürger und eben nicht unter “Rettungsbedarf” wie die Subprime-Schulden aus unseren Exportüberschüssen?

- sollten wir also mehr Staatsschulden statt der Exportüberschüsse machen? Wie bekommen wir die Schuldenbremse aus dem Grundgesetz?

- oder intelligenter als Investitionszuschüsse - z.B. Abwrackprämien für alte Häuser?

- oder sollten die Halter richtig großer Geldvermögen eine Hortungssteuer zahlen, damit Sie auch bei kleinen Renditen investieren?

- oder sollten wir sauber marktwirtschaftlich denken und generell auch Zinsen unter Null und befristetes Bargeld haben, wenn es zuviel Guthabenwachstum = Schuldenwachstum gibt? Der Zins soll ja eine Nachfrageverzichtsprämie sein, und wenn der Bedarf an Nachfrageverzicht negativ ist, dann müssten es auch die Zinsen sein? Aber ist diese rationale und logische Lösung den Menschen emotional zuzumuten?

- oder sollten wir lieber bei Deflation lieber im Sinne von Keynes automatische Staats-Schulden machen und damit einen Zuschlag zum Grundeinkommen zahlen? Ich halte diese Idee aktuell für die emotional praktikabelste. Man sollte nur aus dem “Inflations-Keynes” einen “Nullinflations-Keynes” machen. Dies ist wohl nur möglich, indem man die Sache automatisiert, also eine Schuldenautomatik statt einer Schuldenbremse. Das Ergebnis sind nicht etwa explodierende Staats-Schulden sondern sinkende Staatsschulden. Weil wenn das System bei Nullinflation = ca.Nullsparzins stabilisiert wird - rechnen sich unendliche viele private Investitionen, weil bei einer automatischen, gesetzlichen Nullinflationspolitik die alles entscheidenden Erwartungen der Investoren stabil sind.

- würden die Deutschen “freiwillig” mehr investieren, wenn es mehr verbriefte = liquide Investitionsgüter gäbe - eine Art Wertgeld?

- würden die Deutschen “freiwillig” mehr investieren, wenn Sie wüssten, dass Ihre “Sparleistung” eigentlich ein Problem ist?

Oder, was ist Ihre Meinung zum Thema?

zurück zum Überblick

Prof. Wolfgang Stützel zur logischen Herleitung der automatischen Schuld (Kaufüberschüsse) aus den Guthaben(Verkaufsüberschüsse) - hier lang

der Systemfehler - Schulden haben einen Rückzahltermin - Guthaben nicht - hier lang

 

20. September 2010

Wenn etwas defekt ist, sollte man eventuell mal an Reparatur denken?

In unserem Wirtschaftssystem gibt es ganz offensichtlich einige Störungen. Ständig stehen Systeme vor dem Kollaps und müssen irgendwie mit Steuer-”Fantastillarden” gerettet werden. Alles wird immer bürokratischer, alles ist angeblich alternativlos und irgendwie wirkt aber alles auch immer kaputter. Wie sollten wir also damit umgehen?

Stellen Sie sich vor, Ihr Auto macht ganz komische Geräusche, weil ein Steuerzahnriemen verschlissen ist. Was würden Sie tun? Ignorieren? Stöpsel ins Ohr? Eine neue Schalldämmung über den Motor montieren? Ein neues Auto kaufen? Sich mit Ihrem Partner streiten, wer denn nun Schuld an dem Geräusch ist?

Nein, wir würden das Auto natürlich reparieren, den gestörten Zahnriemen schnellstmöglich tauschen, eh noch Folgeschäden auftreten.

Und genau dies sollten wir auch mit unserer Marktwirtschaft machen, einfach mal grundlegend reparieren statt mit irgendwelchen Kunstgriffen an den Folgen von Störungen herumzulaborieren. Zumal das alternative Modell der Planwirtschaft noch durch jeden Praxistest gefallen ist und so gar nicht überzeugen konnte.

Aber wie repariert man eine Marktwirtschaft? Na, genauso wie beim Auto - man sucht die Fehler und stellt Sie ab.

Marktwirtschaft ist im Vergleich zu einem hochkomplexen Auto ein sehr, sehr einfaches Prinzip, die Fehlersuche ist dort nicht wirklich schwierig und wir können Ihnen nicht sagen, warum man noch nicht auf die Idee der grundlegenden Reparatur gekommen ist. Also hier ist ein Vorschlag für das Vorgehen bei der Fehlersuche an einer Marktwirtschaft:

1. Grundfunktion der Marktwirtschaft verstehen - der Ausgleich von Angebot und Nachfrage erfolgt über einen freien Gleichgewichtspreis - über eine freie Preisbildung gleicht sich kurzeitiges Über- oder Unterangebot schnell aus. Das Konkurrenzparadoxum führt dazu, dass dies mit einem Optimum an Effizienz erfolgt.

2. mögliche und typische Störungen einer Marktwirtschaft

a. Mindestpreisstörung - der Gleichgewichtspreis liegt unter einem durch externe Faktoren vorgegebenen Mindestpreis.

Mindespreisstörung Beispiel1 Langzeit-Arbeitslosigkeit:
Während kurzfristige Arbeitslosigkeit bei Strukturumbrüchen in einer Marktwirtschaft in der Natur der Sache liegt, haben wir auch längerfristig vom Arbeitsmarkt ausgeschlossene Mitbürger. Dies hat seine Ursachen in faktischen Mindestlöhnen(Mindestpreise) durch bedingt gewährte Sozialleistungen. Wessen Marktwert dauerhaft unter diesen Mindestpreisen liegt ist dauerhaft arbeitslos. Und wer längere Zeit ohne Arbeit ist, verliert ständig an Marktwert seiner Arbeitskraft. Ein Teufelskreis aus einer Mindestpreisstörung. Diese Mindestpreisstörung ist ganz einfach dadurch abzustellen, dass Sozialleistungen nicht mehr bedingt gewährt werden - also jeder Bürger ein Grundeinkommen bekommt und seinen freien Marktwert dazu verdient.

Mindestpreisstörung - Beispiel2 Wirtschaftskrisen, Zwangsverschuldung des Staates
Auch die meisten sonstigen ökonomischen Probleme sind eine schlichte Marktstörung durch einen Mindestpreis im Markt der Märkte - dem Geld- und Kreditmarkt. Der Preis für den Verzicht auf Nachfrage, der Guthabenzins, kann nicht unter Null fallen. Deshalb löst sich das Problem von Unternachfrage nicht einfach automatisch im Markt.

b. Marktvermachtung - die Marktpreise liegen künstlich zu hoch - da ein Anbieter zu hohe Marktmacht erlangt hat.
Beispiel: ständig wachsende Marktvermachtungen durch Firmenaufkäufe und Schaffung künstlicher Markteintrittsbarrieren

c. Externalitäten - wichtige externe Effekte fließen nicht in die Preisbildung ein.
Beispiel: Naturverbrauch kostet erst mal nichts

Dies als erster Einstieg in unseren Grundansatz - Ursachen und Lösungen suchen, statt wegen der leider viel populäreren Schuldigensuche vor unlösbaren Problemen zu stehen. Man findet immer, was man intensiv sucht - Lösungen oder Schuldige.
Hier geht es also um die wirklichen Ursachen und Lösungen - einen Einstieg bietet auch unsere Film aus 2009.

unsere Anregungen in Filmform zum Thema

 

18. September 2010

Prof. Dr. Johannes Schmidt - Saldenmechanik: ein Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung der makro-ökonomischen Theorie?

Prof. Dr. Schmidt arbeitet grundlegenden Fehler im ökonomischen Denken und der ökonomischen Modellierung, wie z.B. unzulässige Problemverschlingungen und fehlerhafte Gleichschrittannahmen, anhand der stützelschen Saldenmechanik heraus:

hier geht es zum Download dieses genialen Vortrages im Rahmen der gemeinsame Tagung des Arbeitskreises Politische Ökonomie und der Keynes-Gesellschaft:Keynes 2.0 Perspektiven einer modernen Keynesianischen Wirtschaftstheorie und -politik 9.-11. Oktober 2009, Hochschule Karlsruhe

Abstract
Die Diskussion um die theoretische Aufarbeitung der Finanzkrise hat einmal mehr das Problem aufgezeigt, daß die dominierenden makroökonomischen Modelle, seien sie neuklassischer oder neukeynesianischer Natur, monetäre Variablen nicht oder nur in sehr rudimentärer Form berücksichtigen. Offen ist, wie diesbezüglich weiter in der makroökonomischen Modellbildung zu verfahren ist.
Eine bisher weithin ungenutzte Möglichkeit könnte in der vor allem von WOLFGANG STÜTZEL entwickelten Saldenmechanik liegen. Diese findet sich zwar heute in nahezu jedem makroökonomischen Lehrbuch, jedoch meist nur als bloße Explikation von Buchhaltungsidentitä-ten, die man zwar berücksichtigen müsse, die aber für die Theoriebildung weiter keine Bedeutung hätten („accounting is not economics“).
Bereits STÜTZEL selbst war diesbezüglich anderer Meinung – verstand er doch seine Saldenmechanik auch explizit als „Beitrag zur Geldtheorie“ (so der Untertitel seines Buches). Möglicherweise könnte der Grund für die theoretischen Defizite vieler Modelle hinsichtlich monetärer Faktoren einfach darin liegen, daß die Modelle die Saldenmechanik entweder nicht berücksichtigen oder diese in einer völlig unzweckmäßigen Weise interpretieren. Das Papier stellt daher die Saldenmechanik sowie ihre Relevanz für geldtheoretische Fragestellungen dar und untersucht mit ihrer Hilfe dann anhand der Darstellung in BARRO (2008) das makroökonomische Grundmodell, das sowohl den neuklassischen als auch den neukeynesianischen Ansätzen zugrunde liegt. Diese Untersuchung ergibt hinsichtlich der Integration des Geldes eine fundamentale Inkonsistenz der Modelle; darüber hinaus läßt sich mit Hilfe der Saldenmechanik die kurzfristige Nicht-Neutralität des Geldes, die in diesen Modellen aufgezeigt wird, in sehr einfacher Weise interpretieren.