Seit ungefähr einem Jahr existiert die Initiative MONETATIVE, die die Wurzel der Finanzkrise von 2008 im Geldsystem ausgemacht habe und sich aus dieser Erkenntnis das Ziel gesetzt hat, die Geldschöpfung in öffentliche Hand zu legen, da man der Auffassung ist, damit einer ausufernden Verschuldung Herr zu werden.
Wir sparen über unsere Verhältnisse (Süddeutsche Zeitung)
da schau her - könnt von uns sein:
“Ein Gastbeitrag von Jürgen Kromphardt
Kanzlerin Merkel behauptet, Deutschland habe über die Verhältnisse gelebt. Doch das stimmt nicht. Das Letzte, was Deutschland jetzt gebrauchen kann, ist übertriebene Sparsamkeit.”
Hayek & Co. haben es schon 1932 nicht gerafft (misik.at)
hier auch noch was zu historischen Diskussionen
Die Stimmen der betulichen Freizeit-Ökonomen werden immer lauter, die uns einreden wollen, die Wirtschaftskrise komme daher, dass “wir” über unsere Verhältnisse gelebt und vor allem die Regierungen nicht ordentlich gewirtschaftet hätten - weshalb jetzt zuallererst bei den einfachen Leuten gespart werden müsse. Darauf entgegne ich gerne scherzhaft: Es kann schon sein, dass jemand über meine Verhältnisse gelebt hat, aber ich war es nicht. Aber im Ernst: So einfach sind die Dinge nicht, wie das die kleinen Maxis vom Hayek-Institut und anderen Lobby-Organisationen gerne herunterbeten. Wenn überhaupt, haben vor allem Finanzmarktakteure über ihre Verhältnisse gelebt, indem sie mit geliehenem Geld - mit Geld fremder Leute - zockten. In diesem Zusammenhang macht uns Paul Krugman auf einen spektakulären Fund aufmerksam: Eine Leserbrief-Kontroverse zwischen John Maynard Keynes und anderen Ökonomen auf der einen, und Laissez-Faire-Apostel Friedrich August von Hayek und anderen auf der anderen Seite.
Schwächere Inflationsrate: Wirklich eine gute Nachricht?
Wie z.B. die Welt heute meldet, hat sich die Inflationsrate wieder abgeschwächt. Viele werden das als gute Nachricht aufnehmen, doch ist sie das wirklich?
Eine geringe Inflationsrate bedeutet einen relativ hohen Realzins auf Geldbasis (für Nichtbanken also Bargeld). Für eine gesunde zeitliche Zinsstruktur müssten langfristige Guthabenzinsen mindestens 4% höher liegen, also in diesem Fall bei einem Realzins von ca. 3,1%. Je geringer dieser Abstand aber ausfällt, desto stärker ist die Neigung zu kurzfristigen Geldanlagen oder gar zum Bargeld (bzw. bei Geschäftsbanken zu Zentralbankguthaben).
Da Realinvestitionen aber mit einem noch höheren Risiko verbunden sind, z.B. weitere 4%, würden nur noch Investitionen mit einer Renditeerwartung von deutlich über 7% durchgeführt werden. Alle anderen Investitionen werden bei ordentlicher Kalkulation unterbleiben und die damit verbundenen Arbeitsplätze nicht entstehen bzw. bei nötigen Folgeinvestitionen wegfallen.
Eine zu geringe Inflationsrate fördert also den Druck auf den Arbeitsmarkt (siehe auch (1)). Wenn nicht in Form von Arbeitslosigkeit, dann in Form niedrigerer Löhne. Denn auch diese sind - wie Zinsen - Kosten. Und nur mit niedrigeren Löhnen könnte also ein Ausgleich geschaffen werden. Oder natürlich, der Staat füllt die Lücke und investiert auf Pump, was natürlich mit einer steigenden Staatsverschuldung einhergehen würde - welche unsere Bundesregierung nun gerade explizit (Schuldenbremse) verhindern will. Wer realisiert aber realisiert diese Zusammenhänge?
Ein völlig anderes Thema ist, wie heutzutage Inflation “gemacht” wird, nämlich auch durch Neuverschuldung. Haben wir also die Wahl zwischen Teufel und Beezlebub? Nein, es gibt noch andere Wege, doch diese erfordern ein neues Denken (2).
(1: Mir scheint, daß das Deutsche Volk – zugespitzt – 5% Preisanstieg eher vertragen kann, als 5% Arbeitslosigkeit.” - Helmut Schmidt in Süddeutsche Zeitung, 28. Juli 1972, S.
(2: Das Zitat Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. wird gemeinhin Albert Einstein zugeschrieben)
Nicht schlecht, Frau Wagenknecht
Nicht, dass ich in jedem Punkt mit Ihr übereinstimme und die Markt-Lösungen des Schuldenproblem über Gleichgewichtszins und Selbstinvestition bleibt auch ungenannt - trotzdem wünschte ich mir für den Weltfrieden so viel Durchblick von den handelnden Politikern.
Hintergründe und Perspektiven der Staatsverschuldung von SahraWagenknecht, Juni 2010
Edgar schenkt aus, leider keinen Most sondern den Abbau Ost
wenn die deutschen Horter es erwarten, fahren wir ganze Volkswirtschaften “in den Garten” - nach der Entindustrialisierung der DDR, fällt die Rest-EU nicht schwer.
Mich plagt bei Helmuts anonymen Spendern ein Verdacht, es waren die hortenden Hausfrauen aus dem Schwabenland. Und dies war Ihm nun wirklich zu peinlich zum Zugeben.
SPON
In der DDR schaffte er es bis zum Vize-Chef der Zentralbank. Nach der Wende machte Edgar Most bei der Deutschen Bank Karriere. Zum 20-jährigen Jubiläum der Währungsunion zieht der damalige Unterhändler eine bittere Bilanz des Mega-Projekts und spricht über die tristen Perspektiven der neuen Bundesländer