mm: Verbreitet ist Ihre Sicht der Dinge nicht gerade.
Ja, wenn monetärer Sachverstand verbreitet wäre, dann gäbe es auch keine Finanzkrise, liebes Manager-Magazin. Und wenn ich Euren Chefredakteur hier vom “Geldabpumpen durch die Zentralbank” fabulieren höre, dann wird’s regelrecht peinlich.
3. Teil: “Die Schuldenbremse ist realitätsfremd”
Weizsäcker: Nein, ich verstehe nur, warum sie politisch so bedeutsam ist. In der Sache dagegen ist sie schädlich. Man stößt mit dieser starren Regel ganz schnell an die Grenzen der Realität. Stellen Sie sich vor, alle Länder hätten eine Schuldenbremse. Wo könnte man dann noch Geld anlegen, wenn die Unternehmen nicht genügend investieren? Viele reiche Volkswirtschaften, übrigens auch China, haben das gleiche Problem mit dem Überschuss des Sparwillens gegenüber der Investitionsbereitschaft wie wir. Da bleiben kaum Möglichkeiten. Sicher, der Kapitalbedarf wäre in Afrika hoch. Aber würden deutsche Sparer gut schlafen, wenn sie wüssten, ihre Altersvorsorge wäre irgendwo in Afrika investiert?
auf die heute kleinen Zinsen würden die Bürger in Ihrer Angst um Ihre Guthaben ja mittlerweile auch noch verzichten. Es ist aber viel schlimmer. Verschulden müssen wir uns für ALLE als GUTHABEN GESPARTEN EINKOMMEN, ja selbst gesparte Sozialleistungseinkommen erzwingen Verschuldung. Auch wenn natürlich etliches an Guthabenwachstum Zinseszinsen sind - das konsumierte Zinseinkommen erzwingt keinerlei Verschuldung, die teilweise gesparte Pension schon.
Dirk Müller war gestern mit einem ähnlichen Beitrag wie unten im HEUTE Journal - hier lang
Leider sind die gleich hohen Guthaben zu den Schulden wieder wenig Erwähnung wert - von “UMLAUFENDEN Mitteln” wird gesprochen - der Großteil der Mittel ist aber sauber STILLGELEGT - von unschuldigen, weil unwissenden Sparern
Trotz meiner Detailkritik - mein voller Respekt für Dirk Müllers Meisterleistung, die Zinseszinsproblematik im Heute-Journal zu platzieren.
Eventuell ist die GUTHABENKRISE auch aus oben genannten Gründen NOCH tabu.
@Riepen hatte heute so nett gefragt, ob wir nicht auch mal ein paar ordentliche Nobelpreisträger haben, die ähnliches verlauten lassen. Leserwünsche werden hier prompt erfüllt, einfaches dauert, aber unmögliches geht sofort. Dazu habe ich mal kurz in meine Verknüpfung ins Weltbewusstsein reinmeditiert und schwups - here we go:
Dass Regierungen jetzt überall den Sparhebel ansetzen, klingt logisch. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hält das dagegen für eine «äusserst grosse Dummheit».
«Verrückte an der Macht» («Madman in Authority») titelte Krugman einen Eintrag, womit er vor allem die Führer der G-20 meint.
auf Seite 12 - ist komplett “unser Reden” von Carl Christian von Weizsäcker. Solange die Nullgrenze bei den Zinsen besteht, müssen wir Staatsschulden machen statt zu Sparen, ansonsten kommt die Depression.
Auszüge:
“Denn die Nominalzinsen können nicht unter Null fallen. Für das vorhandene hohe Kapitalangebot sehe ich daher keine spürbare Aufnahmefähigkeit in der Güterproduktion.”
“Staatliches Schuldenmachen verdrängt private Investitionen in Deutschland NICHT.”
“Der allseitige Wettlauf um die Reduktion der Defizite könnte in einer Depression enden.”
Und ja, die Staatsschulden sind unsere privaten Vermögen - wer hätte dies gedacht.
Da gibt es doch tatsächlich noch eine Habenseite zum Soll.
Einleitung:
“Staatsschulden sind zugleich privates Vermögen. Beide Seiten des Phänomens sind zu beachten, wenn es um den optimalen Haushalt geht. Bei niedrigen Realzinsen und hohen Exportüberschüssen ist ein Abbau der Staatsschulden die falsche Politik.”
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Ohne Wirtschaft keinen Krieg und ohne Krieg keine Wirtschaft? Und Frieden.