13. April 2010

Inflation (k)ein approbates Mittel zur Staatsentschuldung?

Die landläufige Meinung ist, dass Inflation keine Möglichkeit wäre, die Staatshaushalte zu entschulden, weil die Inflation immer in den Zins eingerechet werden könne.  Das ist jedoch genaugenommen nur dann der Fall, wenn der Gleichgewichtszins auch darüber liegt. Und dann wiederum ist es logisch dass der Zins so hoch ist, doch hat es real gesehen wenig mit der Inflation zu tun sondern eben nur nominal.

Wie sollten die potentiellen Gläubiger bei hoher Inflation und gleichzeitig niedrigem Gleichgewichtszinsniveau auch die potentiellen Schuldner dazu zwingen können, überhöhte Zinsen zu zahlen? Geld behalten, geht nicht, wegen Inflation. Schachinvestition geht auch nicht, weil ein niedriger Gleichgewichtszins ja gerade deshalb niedrig ist, weil die Sachkapitalrendite es auch ist. Gold kaufen ist eher eine Einzellösung, denn: Wer verkauft es? Und international betrachtet (immerhin sind nun gearde praktisch alle Staaten der Welt in der Rezession) gibt es auch keine Devisenkäufe mehr, die mehr Rendite abwerfen würden.

Üblicherweise ist es aber im derzeitigen Geldsystem dennoch so, dass im Boom Zins und Inflation hoch sind (z.B. Anfang der 1970er Jahre) und in der Rezession beides niedrig ist (z.B. jetzt). Somit kann der Irrglaube leicht aufkommen, die Inflation würde immer in den Preis eingerechent werden. Bei der Art und Weise wie wir die Inflation “machen” (durch Neuverschuldung) ist es nämlich tatsächlich scheinbar der Fall. Und schon durch die dafür nötige Neuverschuldung der Staaten, wäre die Idee, die Staaten könnten sich darüber entschulden natürlich ad absurdum geführt.

Wird die Inflation aber anders gemacht, nämlich ohne Neuverschuldung durch Geld drucken - und damit der anteiligen Entwertung des bereits umlaufenden Geldes, sieht es ganz anders aus. Dummerweise wurde mit dem “Geld drucken” so lange gewartet, bis es zu spät war und dies gleich in Hyperinflation umschulg, was natürlich auch wieder schlecht ist. Stattdessen wird (wie jetzt) Inflation durch Neuverschuldung gemacht – und bei niedrigem Zinsniveau entstehen dann eben keine Preissteigerungen, sondern vor allem wird (Hyper-)Inflationspotential aufgebaut (aber noch nicht realisiert).

Was könnte also eine Lösung sein? Die Zentralbanken könnten tatsächlich einfach moderat Geld drucken und ohne reale Neuverschuldung der Staaten eben diesen Staaten das neue Geld geben. Einzig gäbe es das Problem der Verbuchung dieser Aktion - und das vor allem deshalb weil der Notenwert und die Recheneinheit ein und dieselbe sind. Doch hierfür wird sich sicherlich eine buchungstechnische Lösung finden. Doch es gäbe auch andere - vielleicht sogar bessere - Lösungen, z.B. das im Umlauf befindliche Geld zu entwerten und es gegen Gebühr gegen neues, gültiges Geld umzutauschen.

Nominal (in Zahlenwerten) sind beide Ansätze grundverschieden. Doch beide Ansätze hätten eines gemeinsam, rechnet man in Realvermögen und Realzinssätzen - also inflationsbereinigt - würden beide einen negativen Realzins realisieren. Wohlbemerkt nur in Zeiten, in denen der Gleichgewichtszins negativ ist - wie vermutlich jetzt.

 

12. April 2010

“Ökonomie Bla Bla” als “Alternativ Bla Bla” mit Soros Förderung

http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/george-soros-millionenangriff-auf-die-etablierte-oekonomie;2560057

Man wird sich mal wieder nicht einig, ist ja auch sooooo kompliziert, mit Wahrheiten die keiner hören will:

Wer Schulden begrenzen will, muss Guthaben begrenzen - “fertsch” sagt der Sachse.

Das wäre dann auch das neue Ökonomiekonzept, was die Jungs absolut nicht finden können, Herr Soros, bitte überweisen Sie die nächsten 50 Mille auf dieses Spendenkonto.

 

12. April 2010

Lucas Zeise kündigt in der Financial Times Deutschland das “Jubeljahr” an,

“Am Ende wird nichts anderes übrig bleiben, als einen Währungsschnitt zu veranstalten oder etwas, das die Juden des Alten Testaments die Jubeljahre nannten, die Streichung aller Schulden.”

das Problem ist nur, die Streichung oder Inflationierung der Schulden und Guthaben trifft den Normalbürger/Mittelstand, die richtig Reichen sind in hohem Maße in Sachwerte investiert.

Diesen Weg sollte deshalb der Normalbürger jetzt auch noch gehen, Leute investiert Eure Guthaben in schuldfreie Sachwerte, solange die Schulden zu Euren Guthaben noch nicht ausgebucht sind.

und noch einer spricht von Währungsreform

Man beachte bitte, dass hier nicht die “üblichen Paniksender” von Hartgeld oder Koop-Verlag funken, es wird wohl wirklich langsam Ernst.

 

12. April 2010

Lebensgefahr?

von Erika Reglin-Hormann

Um aufzugreifen, das im Zusammenhang mit der Idee des BGE diese als gedankliche Theorie bzw. Annahme betitelt werden kann, die nicht den Anspruch auf wissenschaftliche Nachweisbarkeit liefert, im Besonderen aufgrund der angenommenen oder auf Wunschdenken basierenden pro Argumente, lässt sich Folgendes sagen:

Man kann die Befürworter als ideologisch, religiös, fanatisch, egozentrisch und sonstwie begreifen – zum Teil sind sie es auch. Es bleibt dann immer noch die Frage, ob die so unterschiedlichen Annahmen, die genauso gut aus vernünftigen, vorausschauenden, umsichtigen oder humanistischen Gründen angeführt werden, auch die entsprechende Wirkung hätten, die von den Zweiflern der Grundeinkommensidee geäußert werden. Um die Balance herzustellen, könnte man aufseiten der Kritiker ein eben solches Fass aufmachen und ihnen Attribute wie lösungsfremd, sicherheitsdenkend, risikogehemmt, ängstlich, emotionslos, wissenschaftsgläubig zuschreiben. Häufig, wenn es nichts mehr zu argumentieren gibt, die einen den guten Glauben der anderen nicht aushalten und umgekehrt, zieht man das vermeintliche As aus dem Ärmel und beruft sich auf die rein logische, planvolle und sachlich fundierte Argumentationsschiene. Auf beiden Seiten.

Dass der Mensch, der kein logisches Wesen ist, sich entgegen jeder Logik und jeder Vorhersagbarkeit verhält, ist auch richtig.

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11. April 2010

Chiemgauer gibt zinslose Kredite - ja, so was geht mit nicht hortbaren Geld

Ich bin trotzdem eher ein Fan davon, die Selbstinvestition der Guthabenhalter anzuregen statt den “Billigkredit”. Eventuell sollte es sogar eine Kreditsteuer für das Grundeinkommen geben, um in Zeiten negativer Guthabenzinsen nicht Kredite zu produzieren, die bei wegen erhöhter Nachfrage eintretender Zinssteigerungen dann platzen.

hier geht es zur Nullzinskreditmeldung beim Chiemgauer

 

11. April 2010

noa bank-Bashing durch Spiegel Online (Blick Log)

Wer diesen Blog regelmäßig liest, der weiß, dass der Blick Log den Newcomern im Bankbereich eine relativ zu ihrem Geschäftsvolumen hohe Aufmerksamkeit entgegenbringt. Das liegt vor allem daran, dass ich als ehemaliger Banker der Überzeugung bin, dass sich auch im Wettbewerb der Banken noch viel mehr tun muss. Und ein Weg dazu sind innovative Vertriebsansätze und Produkte. Institute, die moderne und spannende Ansätze verfolgen sind die häufig erwähnten Häuser noabank, Fidor Bank und Smava.

Ich weiß heute nicht, ob ihre Geschäftsmodelle allesamt aufgehen. Ich weiß aber, dass alle stark wachsen und mittlerweile die Aufmerksamkeit der etablierten Institute erwecken. Ich habe bei verschiedensten Gelegenheiten die Leiter aller drei Häuser persönlich kennen lernen dürfen. Sowohl Alexander Artopé (Geschäftsführer Smava), Matthias Kröner (Vorstand Fidor) und auch Francois Jozic (Gründer noa bank) machen auf mich einen hoch engagierten, sehr professionellen und von ihren Ideen tief überzeugten Eindruck. Sie stecken alle viel Herzblut, Zeit und Geld in ihre Visionen einer neuen Form des Bankings.

Mir ist aber schon seit Monaten klar, dass es früher oder später zu einer Auseinandersetzung mit der etablierten Finanzwelt (Zitat Kröner: ““Ablehnen, kritisieren, nachmachen”) kommen muss. Francois Jozic hatte das bereits vor einigen Wochen angedeutet. Aber auch Smava und Fidor mussten sich bereits Angriffe des “Establishments” gefallen lassen. Neue Ideen werden zwar in Sonntagsreden immer gefordert, aber im Alltag nicht gern gesehen.

Gestern hat Spiegel Online einen, wie ich finde, sehr heftigen Angriff auf die noa bank gefahren unter dem Titel: “Noa in der Kritik – “Grüne” Bank mit dubiosen Gründern”. Inhaltlich hat sich bereits Lothar Lochmaier, der in Deutschland wohl beste Kenner der neuen Banken, in zwei Blogbeiträgen mit dem Spiegel Artikel zur noa bank befasst (siehe “Noa Bank: Spiegel Online setzt zum Angriff an” und Noa Bank: Wie verdient das Finanzinstitut eigentlich sein Geld?). Für diese deutlich differenziertere Sichtweise interessieren sich aber weder FTD noch Süddeutsche, die beide unkritisch die Inhalte des Spiegel Beitrags übernehmen.
weiter bei Blick Log

 

6. April 2010

Der Tipp des Tages: “Deutsche investiert die Euro-Guthaben in reale Güter oder schreibt Sie ab!”

Eure Guthaben sind nominal mit Merkel-Garantie natürlich sicher - nur absolut nicht sicher ist, was man dafür künftig real einkaufen kann!

Der Heizwert bleibt aber bei Papiergeld immer - Tipp dazu, auf viele kleine Scheine achten!

 

6. April 2010

Macht Grundeinkommen abhängig?

Von Erika Reglin-Hormann

Warum polarisiert das Grundeinkommen?

Warum haben so viele Menschen eine spontan positive Idee davon und warum haben genauso viele eine Aversion? Die einen sehen darin vollkommen neue Möglichkeiten und Chancen. Die anderen fragen, ob der Mensch etwa in Abhängigkeit bleiben will. Eines der Argumente gegen ein BGE lautet, dass wir uns in eine neue Abhängigkeit begeben würden, wenn jeder ein Grundeinkommen als selbstverständlich und anspruchsberechtigt betrachtete.

Gehen wir der Sache etwas nach. Was ist damit gemeint? Wem gegenüber machte man sich abhängig? Bedingt eine Abhängigkeit nicht eine Schuldigkeit? Wem etwas gegeben wird, der schuldet etwas. Ist das eine allgemein anerkannte Wahrheit? Rührt daher der Spruch “nichts ist umsonst”? Gebiert Schenken Misstrauen? Und ist das BGE eine Schenkung? Wenn man es so verstünde, gäbe es widerum mehrere Möglichkeiten, zu reagieren. Entweder nehme ich das Geschenk dankend an, freue mich und mache damit, was mir sinnvoll scheint. Genauso gut kann ich misstrauisch werden und darüber spekulieren, was der Schenkende denn von mir im Gegenzug verlangt.  Im Falle des Grundeinkommens fehlte mir jedoch die natürliche Person, hier wäre es also die Gesellschaft.

Achtung: Sozial-Polizei!

Was ist mit sozialen Kontrollmechanismen?

In der Schweiz hat man eine interessante Entdeckung im Zusammenhang mit der politischen Wahlbeteiligung gemacht.

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5. April 2010

US - Soldaten beim fahrlässigen Journalisten ERschießen sowie Kinder BEschießen + ElBaradai bestätigt 1 Mio. tote Iraker Kollateralschaden?

schrecklich - stoppt den Irrsinn im Irak und Afganistan. Kein deutsches Blut und kein deutsches Geld für die Produktion grenzenlosen Hasses gegen den Westen mehr. Schaut auch die Kaltblütigkeit des Krieges an, seine tödlichen Irrtümer (Kameras verwechselt mit Waffen) - die perverse Kommunikation der Vollstrecker.

Wir müssen mit neuen Denkansätzen alte Kriege beenden und neue Kriege verhindern - wollen wir wieder von nichts gewusst haben?

Update - sehr erfreulich und hoffnungsvoll - auch die Mainstreammedien berichten

Die “Befreiung” des Irak - Friedensnobelpreisträger El Baradai bestätigt 1 Million toter Iraker als Kollateralschaden?

 

5. April 2010

“Exportüberschussproblem” goes Mainstream

Nachdem die kollektive Verirrung mit der “Exportoffensive” unseres Wirtschaftsministers wohl Ihren Höhepunkt erreicht hatte, gibt es jetzt hoffnungsvollere Töne. Das klingt ja richtig nach nüchternen Verstand, liebe FTD:

Die Welt des Warenhandels ist ein Nullsummenspiel: Des einen Überschuss ist des anderen Defizit. Und die Stärke des einen ist die Schwäche des anderen, was insgesamt destabilisiert.

Nur mit den Leuten, die Ihr nach Lösungen befragt habt, sieht es wohl nicht gut aus:

Es nützen weder Steuersenkungen noch Lohnerhöhungen, wenn dieses Plus nur die Sparquote erhöht. Wir brauchen jedoch private Investitionen in werthaltige Güter. Die können wir dann für Inländer produzieren, statt Sie überschießend zu exportieren.
Ansprüche auf Produkte(Guthaben) produziert heute nur noch einer - der Staat mit seiner Verschuldung. Die private Wirtschaft finanziert sich nämlich per Saldo aus Gewinnen und Abschreibungen selbst. Also brauchen wir private Selbstinvestition der Bürger statt Ansprüchesammeln. Höhere Löhne für Geringverdiener sind aber sicher auch nicht schlecht, die kann man aber gar nicht als Politik beschließen - ein Grundeinkommen wäre auch deshalb viel besser.